170 DIE SPEZIFISCHE GEWICHTSBESTIMMUNG BEI ARCHIMEDES
diese Analysen von Hofmann und Hultsch waren, trotz desso nahe liegenden Gedankens, merkwürdigerweise die erstensolcher Art.
Es ist von früheren Forschern immer noch bezweifeltworden, daß Archimedes klare Vorstellungen über dasspezifische Gewicht besaß, diese Bedenken müssen aber völligverstummen gegenüber den Auszügen arabischer Schriftstelleraus Archimedischen Werken, die in jüngster Zeit (1906)Prof. Dr. E. Wiedemann (Erlangen) in Nr. 6 bis 8 seiner hoch-wichtigen „Beiträge zur Geschichte der Naturwissenschaften"bekannt gemacht hat: diesen gemäß fehlt bei Archimedesnur das Wort „spezifisches Gewicht", keineswegs aber diezutreffende Kenntnis und Anwendung des Begriffes. Dievon verschiedenen Schriftstellern des 11. und 12. Jahrhundertsüberlieferten Methoden des Archimedes und seiner Schule,wie sie u. a. Albiruni, AlChäzini, AbuMansür al Nairizi,und Omar al Chajjämi (der berühmte Dichter und Mathe-matiker) in mehreren Abhandlungen wiedergeben und zumTeil auch graphisch darstellen, betreffen die „Bestimmungder quantitativen Zusammensetzung von gemischten Körpern"und die „Bestimmung des Gehaltes von Legierungen zweierMetalle an diesen"; sie schreiben vor, entweder das Ver-hältnis der Gewichte gleicher Volumina zu ermitteln, oder dasVerhältnis der Gewichte der Körper in Luft und Wasser, oderdie Gewichtsverluste in Wasser, und führen trotz der oft sehrverwickelten Berechnungen sämtlich zum richtigen Ergebnisse.