DIE SPEZIFISCHE GEWICHTS BESTIMMUNG BEI ARCHIMEDES 169
„Beiträge zur Geschichte der antiken Legierungen", derendritter Absatz „Über die Bestimmung der Zusammensetzungdes Elektrums aus seinem spezifischen Gewicht" überschriebenist. Hofmann erörtert zunächst den Bericht des Vitruvüber den, ohne Schädigung des Weihekranzes zu erbringendenNachweis der Verfälschung, und wendet sich dann zu demLehrgedichte „De ponderibus et mensuris", das nach einigenForschern um 50, nach anderen erst gegen 500 n. Chr. (an-geblich von Rhamnius oder Remmius Flavinus?) ver-faßt sein soll, und zwei, nach allem Anscheine auf Archimedeszurückgehende Bestimmungsmethoden schildert: die erste be-ruht auf der Differenz der Gewichtsverluste, die gleiche Ge-wichte verschiedener Metalle beim Eintauchen in Wassererleiden, die zweite auf der Verschiedenheit der Gewichte, diegleich große, aber aus verschiedenen Metallen bestehendeKörper zeigen (wobei die Edelmetalle auch durch Wachs odereinen anderen passenden Stoff schon bekannten Volumgewichtesersetzt werden können). Es ist beachtenswert, daß die Me-thoden des Archimedes nicht nur den Nachweis einerVerfälschung ermöglichen, sondern auch deren Betrag quanti-tativ zu bestimmen gestatten: Archimedes konnte nichtnur zeigen, daß dem zur Herstellung des Weihekranzes be-stimmten Golde Silber beigemischt worden war, sondern auchangeben, wieviel, und auf seinem Prinzipe fußend, analy-sierte Hofmann eine große Anzahl kostbarer antiker Münzenaus Elektrum (Gold-Silber-Legierung), die gleichfalls nicht be-schädigt werden durften, und ermittelte so deren bis dahinunbekannt gebliebene Zusammensetzung. Ganz unabhängigvon ihm kam zu gleicher Zeit Hultsch, der berühmte Ver-fasser des grundlegenden Werkes „Metrologicorum scriptorumreliquiae" (1. Ausgabe Leipzig 1866), auf den nämlichen Ge-danken, und veröffentlichte 1884 in der „Berliner Zeitschriftfür Numismatik" (Bd. 11, S. 161) ebenfalls eine Reihe vonAnalysen seltener Münzen nach dem Archimedischen Prinzipe;