166 DIE „ENTSALZUNG DES MEERWASSERS"; NACHTRAG
sprechen, muß icli mir gestatten, dies zu bezweifeln: fest stehtzunächst, auch nach Di eis, daß der Versuch mit der Wachs-flasche unmöglich ist, daß also das von Aristoteles an-geführte Ergebnis, das für völlig aus der Luft gegriffen zuhalten kein Anlaß vorliegt, nur unter Benutzung eines Ge-fäßes aus anderem Material erhalten worden sein kann. Wieich in meiner Arbeit hervorhob, „läßt Aristoteles im be-treffenden Kapitel der ,Tierkunde' zunächst das süße Wasseraus dem Meerwasser vermöge des ,Durchseihens' durch festeerdige Schichten hervorgehen, und die Schaltiere von dem,beim Durchseihen des Seewassers durch ihre Schalen ent-stehenden süßen Wasser leben, und man darf daher mit Rechtvoraussetzen, daß der ,Versuch', dessen Beschreibung jenenAngaben nachfolgt, mit ihnen in sachgemäßem Zusammen-hange stehen müsse". Da es sich nun bei diesen um eine wirk-liche oder vermeintliche Filtration durch tonige Schichtenoder Schalen handelt, so ergibt sich in zwangloser Weise derTon als das gesuchte andere Material. Auch alle die vonDi eis ausfindig gemachten Quellen, von Plutarch an biszurück zu Thaies, nehmen einstimmig immer nur Bezug aufdie Filtration des Seewassers durch Erde und speziell durchTon; die wunderbare Leistung der Wachsflaschen, die sichmit der Zeit derart vervollkommnet hat, daß nach Plutarchgar schon „Viele das Süßwasser so aus dem Meere empor-heben", wird zwar von jedem der Autoren erwähnt, aber diebeigefügten Erklärungen beziehen sich nie auch nur miteinem Worte auf Wachs, sondern stets auf Ton, und könnenals wirkliche Analogien nur gelten, wenn man das Adjektiv„wächsern" durch „tönern" ersetzt: dann treffen sie, ohnedaß man sonst eine Silbe zu ändern braucht, tatsächlich zu.
Meiner Ansicht nach ist also der Sachverhalt wie folgtanzusehen: das Experiment (das auch meine Arbeit als vonAristoteles „oder den von ihm benutzten Vorgängern" her-rührend bezeichnete), ist, wie aus dem Nachweise von Di eis