Druckschrift 
2 (1913)
Entstehung
Seite
165
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

DIEENTSALZUNG DES MEER WASSENS ; NACHTRAG ] 65

aus den kleineren Schriften des Theophrast, und so erklärtsich auch hier wieder das Vorkommen einer Stelle über dieEntsalzung des Meerwassers aus dem Zusammenhange mitden demokritischen Problemen; vermittelt hat deren Kenntnisdem Plutarch und Aelian in erster Linie wohl Theophrast,in zweiter eine nicht mehr sicher festzustellende, vermutlichmedizinische Quelle: nur aus dritter Hand empfangen, tauchensie daher bei den späteren Autoren auf.

Zu diesen ist auch der eingangs erwähnte Olympiodorzu zählen, und da die von ihm berichteteüberraschende Diffu-sionserscheinung" unmöglich, jahaarsträubend" erscheint, be-merkt Diels:.. . so bereue ich nicht, für den Apparat derOlympiodor-Ausgabe die bescheidene Vermutung xsodutvovstatt xi)oivov beigesteuert zu haben; denn ich erinnerte michan die Rolle, welche poröse Tongefäße bei der Endosmosespielen, und wußte, daß auch die Alten (u. a. Aristotelesselbst, sowie sein Kommentator Philoponos, der im 6. Jahrh.n. Chr. lebte) auf das merkwürdige Verhalten des ungebranntenoder vielmehr schwach gebrannten Tones aufmerksam gewordenwaren."

Die Tatsache, daß die von mir empfohlene veränderteLesart xsQa/xivov statt m'iqivov, tönern statt wächsern, schonvor 6 Jahren seitens Diels vorgeschlagen wurde, erfüllte michbegreiflicherweise zunächst mit größter Befriedigung; alsbaldtrat aber die Enttäuschung ein, als ich weiterhin las, daßdiese Konjektur falsch sei und zu nichts helfe, erstens weileine Diosmose das Vorhandensein zweier verschiedener Flüssig-keiten zu beiden Seiten der Wand erfordere, zweitens weilAristoteles sie selbst widerlege, indem er in derTier-geschichte" das nämliche Experiment mit der Wachsflaschezu dem nämlichen Zwecke ausdrücklich nochmals vorbringe.

Ist nun diese Ansicht Diels' berechtigt? Mit aller Be-scheidenheit, deren sich der Laie zu befleißigen hat, wenn eres unternimmt, einem ersten Meister des Faches zu wider-