DIE „ENTSALZUNG DES MEERWASSERS"; NACHTRAG 163
adjektivische uyytTov xeoäfiiov oder xsgäfitvov (ein tönernesGefäß) erfordere; demgemäß ist also meine Angabe zu be-richtigen. Aus xEoäfitvov kann übrigens offenbar noch leichterals aus xeoufiov das übliche xrjQivov hervorgehen.
Auch der weltberühmte philologische Altmeister der Ber-liner Universität, Herr Geh.-Rat Prof. Dr. H. Diels, dem ichmeine kleine Arbeit zur Kenntnis gebracht hatte, erwies mirdie Ehre, mir über den in Frage stehenden Gegenstand einenBrief zu schreiben, und mich auf einen seiner kürzeren Aufsätzeaufmerksam zu machen, der unter dem Titel „Ein falschesExperiment" schon 1905 in dem Fachblatte „Hermes", Zeit-schrift für klassische Philologie (Bd. 40, S. 310), erschienenwar. Diese Abhandlung, die nicht gekannt zu haben ich außer-ordentlich bedauere, behandelt das Problem der aristotelischenWachsflasche, und erörtert in eingehender und erschöpfenderWeise seine Herkunft und seine Überlieferung. Ihr Inhaltläßt sich etwa in nachstehenden Leitsätzen (die eingeklammertenWorte rühren von mir her) kurz zusammenfassen:
Olympiodor gedenkt in seinem (im 5. nachchristlichenJahrhunderte niedergeschriebenen) Kommentar zur „Meteoro-logie" des Aristoteles des äyysTov xijoivov, des Wachs-gefäßes, das, wohlverschlossen ins Meer versenkt und nach ge-wisser Zeit herausgezogen, laut Angabe des Aristoteles dasallein durchgesickerte süße Wasser enthält, „abgesiebt" vomSalze, das außerhalb zurückblieb. - Zwar ist es nach Dielsrichtig, daß Aristoteles diese Angabe in der „Meteorologie"und auch in der „Tiergeschichte" vorbringt, und an letztererStelle hinzufügt: „Einige hatten Gelegenheit, das zu erproben",aber mit gleicher Sicherheit steht auch fest, daß das Experimentunmöglich ist; Aristoteles hat es also wohl, wie so vieleandere, die er erwähnt, nicht selbst angestellt, sondern einerälteren Quelle entnommen, die er Grund hatte, für zuverlässiganzusehen.
Einen Fingerzeig zu deren Ermittelung liefern die „Physi-
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