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2 (1913)
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122
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122 CHEMISCHES UND ALCHEMJSCHES AUS ARISTOTELES

Den Anstoß zu allen Vorgängen solcher Art, die sich beihöherer Temperatur, unter einer Art Gärung und Schaum-bildung vollziehen, geben Wärme und Luft; 1 die Luft bringtdabei das Lebensprinzip mit sich (s. hierüber weiter unten),und so wie die Eigenwärme des Körpers aus der aufgenommenenNahrung das Material für den Embryo, so bereitet die Sonnen-wärme aus Luft, Wasser und Erde das Material für die ersteAnlage von Pflanze und Tier, 2 und verarbeitet es in gleicherArt weiter in der sie (oder auch die künstliche Wärme) Eier inder Erde oder im Mist ausbrütet. 3 Es handelt sich hierbei umein „Garwerden", um ein Ausscheiden des Unbrauchbarenund ein Sammeln, Vereinigen, und Verbinden des Geeigneten,also um ein Sichten der kleinsten Teilchen jener in Zersetzungoder Verwesung begriffenen Substanzen; daher ist es leichtbegreiflich, daß schon kleine Unterschiede in deren Beschaffen-heiten und Mengen, sowie geringfügige Abänderungen deräußeren Bedingungen, große und staunenswerte Differenzenzutage treten lassen. 4

Die tierische Wärme, die sich am auffälligsten im Samenbemerklich macht, ist keine Art der Feuers, sondern ein luft-artiger Geist nvBvnu (Pneuma), eine ätherische Substanz,deren natürliche Kraft jener der Sonne und der übrigen Ge-stirne analog, also auch lebenerregend wirkt. 5 Unter denTieren sind jene die vollkommensten, d. i. lebendige JungeGebärende und Luft Atmende, die die meiste natürliche Wärmebesitzen, als deren Maßstab bei ihnen die Wärme der von Bluterfüllten Lunge gelten kann; 6 entsprechend der größeren Voll-kommenheit ist daher auch das Männchen wärmer als dasWeibchen, die rechte Seite wärmer als die linke, und derjugendliche Körper wärmer als der gealterte, dem eben „dasheiße Blut der Jugend" mangelt. 7 Obwohl der ganze Körper

1 Zo. V, 19 u. VI, 15; Z. III, 112 u. 121. 4 Z. III, 114 u. 116.

3 Zo. VI, 2. 4 Z. III, 107-112 u. IV, 35; Zo. V, 1; M. IV, (I), 5—18 u. (11), 4.

5 Z. II, 3u. 37. 6 Z. II, 8. 7 Z. IV, 18, 19 u. 99; Th. III, (7), 5; Rh. II, 12.