CHEMISCHES UND ALCHEMISCHES AUS ARISTOTELES 81
der Paarung möglich, von denen aber im vorliegenden Fallezwei in Wegfall kommen, da die Gegensätze Wärme undKälte, sowie Trockenheit und Feuchte, keiner Verbindungfähig sind; es verbleiben also vier Paarungen, von denen(Kälte + Trockenheit) die Erde ergibt, (Kälte + Feuchte) dasWasser, (Wärme + Feuchte), die Luft, und (Wärme + Trocken-heit) das Feuer, wobei in der Erde die Trockenheit überwiegt,im Wasser die Kälte, in der Luft die Feuchte, und im Feuerdie Wärme. 1
Erde, und sodann Wasser, haben ihren natürlichen Ortim Mittelpunkte des Weltgebäudes, Luft und Feuer aber gegendessen Grenzgebiet zu, Erde und Feuer sind also die beidenäußersten und an sich reinsten Elemente, Wasser und Lufthingegen die mittleren und gemischter beschaffenen; ammeisten einander entgegengesetzt zeigen sich jedoch einer-seits Feuer und Wasser, andererseits Luft und Erde, da sie jezwei konträre Qualitäten enthalten. Am deutlichsten trittdies bei den Extremen des Feuers und Wassers zutage, demEis, das durch Erstarren eines Feucht-Kalten, und der Flamme,die durch heftigste, dem Sieden ähnliche Bewegung einesTrocken-Warmen entsteht; diese sind daher auch unfähig etwasWeiteres hervorzubringen. 2
Alle Elemente können sich ineinander umwandeln, ver-möge eines Kreisprozesses (Zyklus); 1 Feueroffenbar verlaufen hierbei dieÜbergänge 1 — 2, 2< > 3, 3"-<—4,
4T-^ 1 leicht und rasch, weil stets 1 ( " Erde <! |> 2.LuF(-
eine Qualität als Anknüpfungs-Punkt bestehen bleibt, dagegen 3^wSser
' *-3 und 2^^4 schwer und lang-sa m, weil sie einen Wechsel beider Qualitäten erfordern; 3 imganzen halten sich diese endlos fortdauernden, wechselseitigen
1 E. II, 3; Hi. II, 3; M. IV, (1), 1. 2 E. II, 3; Z. II, 37; M. I,
(3), 14. 3 E. II, 4, 5 und 10; Hi. II, 3; III, 7.
v. Lippmann, Abhandl. u. Vortr. II. 6