Druckschrift 
2 (1913)
Entstehung
Seite
68
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

68 CHEMISCHES UND ALCHEMISCHES AUS ARISTOTELES

fragmentarischen Charakter, ja sind zuweilen nichts weiter alsKonglomerate von Auszügen aus fremden Schriften nebst ein-schlägigen Zusätzen und Bemerkungen, oft von spätererHand. Hierher zählen u. a. dieWunderbaren Nachrichten",dieProbleme", ganze Teile der zoologischen Bücher, usf.

c) Unechte und untergeschobene Werke. Hinsichtlichihrer Beurteilung gehen die Meinungen der Kritiker noch aus-einander. Gänzlich unecht sind wohl die SchriftenÜberdie Welt" (De cosmo),Über den Lebenshauch" (De spiritu),Über die Pflanzen", undÜber die Physiognomik", vondenen die beiden ersteren vermutlich nicht vor dem zweitenJahrhunderte v.Chr., die dritte (durch Nikolaos Damas-kenos) zur Zeit des Kaisers Augustus, und die vierte erstum 100 n.Chr. ihre gegenwärtige Gestalt erhielten; gewißsind aber auch in ihnen einzelne Züge als aristotelisch anzu-erkennen, um so mehr als wir wissen, daß es z. B. ein echtesBuchÜber die Pflanzen" gab, das aber verloren gegangenist, ebenso wie noch manche andere wichtige Abhandlungen,z. B. die mit Zeichnungen verseheneÜber die Zergliederung(Anatomie) der Tiere" und dieÜber Astronomie". Fürteilweise unecht gelten u.a. dieEudemische Ethik", die,,Große Ethik", dieRhetorik an Alexander", die SchriftenüberFarben",Töne",Mechanik",Bewegungsvermögender Tiere", sowie die überMelissos und Zenon", dieLehrender Atomistiker", und dieTugenden und Laster". Diemeisten unter ihnen gehen fraglos auf gute aristotelischeTradition zurück, doch läßt sich kaum mehr mit Sicherheitfeststellen, in welchem Umfange sie allmählich durch Ein-schiebsel und Weglassungen entstellt wurden, und ob dieseallein der Unwissenheit und Sorglosigkeit der Abschreiber,sowie der Ungunst der Zeiten, oder auclr der planmäßigenTendenz der Redaktoren zur Last fallen; sie bleiben in ihrergroßen Mehrzahl wichtige Quellenwerke, sind aber im einzelnennur mit Vorsicht zu benutzen.