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2 (1913)
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CHEMISCHES UND PHYSIKALISCHES AUS PLATON

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Die Pupille des Auges wirkt wie ein Spiegel. 1 Anglatten und glänzenden Oberflächen vereint und mischt sichnämlich das Licht des Sehstrahles mit dem der Gegenstände,Un d es entstehen so die Spiegelbilder, die bloße ErscheinungSln d und sich willkürlich hervorbringen lassen; 2 in ebenenSpiegeln sieht man das Rechte als Linkes und umgekehrt,We 'l sich die entgegengesetzten Teilchen der Strahlen be-rühren, krumme Spiegel zeigen noch viel merkwürdigereBilder. 3

Die Irrtümer, die man beim Sehen von Objekten inc ' er Nähe und aus der Ferne begeht, die Täuschungen,durch die z. B. ein gerader Stab beim Einsenken in Wassergebrochen erscheint, die Veränderung und Verschiebung derBilder im Spiegel und der Schatten an der Wand usf.,Sln d sämtlich wichtige Hinweise auf den Unterschied zwischenc 'en Dingen und ihrer Erscheinung, und verdienen die größteBeachtung. 4 Wir erkennen eben die Dinge nicht so, wieSle sind, sondern so, wie sie uns erscheinen. Über das,Was sie sind, dürfen wir wohl nur das eine aussprechen,^ a ß allein das ist, was irgendwie fähig ist auf anderesZu wirken, und daß nichts anderes das Wesen des Seiendena usniacht, als eben diese Kraft oder dieses Vermögen der

Wirksamkeit. 5

VIII. Schlußbetrachtung.

Überblicken wir die Gesamtheit der dargelegten An-wehten und Gedanken, und suchen wir deren Wert in ge-wehter Weise zu würdigen, so ist zunächst nicht zu ver-gessen, daß sich das Interesse Piatons verhältnismäßigs Pät rein naturphilosophischen Fragen zuwandte, ja daßVer mutlich erst die Lehrtätigkeit in seiner Akademie, der

1 Alkibiades I, 201. 2 Sophist III, 548; Staat V, 514, 626;

s 'maus Vi, 165. 3 Timäus VI, 165. 4 Sophist III, 548; Staat V, 635.

Sophist VII, 519ff.

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