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2 (1913)
Entstehung
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47
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CHEMISCHES UND PHYSIKALISCHES AUS PLATON 47

eine Bewegung sich ohne Anstoß selbst fortwährend weiter er-hält, scheint nicht möglich; 1 daß sie sich gar aus Eigenemnoch steigern soll,so wie die Hitze bei einmal begonnenemBrande", ist wenig wahrscheinlich. 2

Es gibt zehn Arten der Bewegung: 1. die kreisförmige anunveränderlichem Orte, in und um sich selbst; 2. die untersteter Ortsveränderung, sei es in einer geschlossenen Bahnumlaufend, oder strömend; 3.-8. die nach rechts und links,oben und unten, vorwärts und rückwärts; 9. die von einemzweiten Körper verursachte, unter Umständen auch einemDritten mitzuteilende; 10. die dem eigenen Wesen ent-springende, und unter Umständen ebenfalls weiter übertrag-bare. 3 Die vollkommenste der Bewegungen ist die Kreis-bewegung, und auch die wunderbarste: beschreiben sie z. B.mehrere Körper um einen gemeinsamen Mittelpunkt, sokönnen sie Bahnen verschiedenster Länge in genau der näm-lichen Zeit zurücklegen, 4 beschreibt sie aber ein Körper alsKreisel, so bedingt sie einen fortdauernden Umlauf, währender gleichzeitig in senkrechter Stellung feststeht, 5 worindie Naturen des Kreisförmigen und Geraden in ihrer Ver-einigung zutage treten.

Wirkt die nämliche Kraft auf verschiedene Dinge, z. B.s ie vom Erdboden emporhebend, so folgen sie ihr in sehr un-gleicher Weise, und da nennt man das schwerer Folgendeschwer und nach unten strebend, das leichter Folgende leichtu nd nach oben strebend. Erdartiges z. B. kann nur unterAufwand einer bedeutenden Kraft, also gewaltsam, in die Lufterhoben werden, offenbar weil seine Natur es zum Verwandtenund zu dessen Stelle, als zu seinem natürlichen Orte, hinzieht; 6denn ähnliches bleibt stets ähnlichem seiner Eigenart gemäßverwandt, so lehrt schon Homer in der Odyssee Ges.XVII,

1 Staatsmann III, 642. 2 Charmides I, 319. 3 Timäus VI, 161;

Gesetze VII, 535 ff. 4 Gesetze VII, 336. 6 Staat V, 418.

6 Timäus V, 186 ff.