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2 (1913)
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46 CHEMISCHES UND PHYSIKALISCHES AUS PLATON

mit jener von der Parallelität des Geschehens im Makro- undMikrokosmos, führt zur Annahme, daß die Schicksale derWelt, im ganzen und in allen Einzelnheiten (z. B. Witterung,Fruchtbarkeit...), ebenso aber auch die der Erdbewohner,innig mit der Stellung und dem Laufe der Gestirne zusammen-hängen, und ganz besonders mit jenen der Planeten; derenStand bei der Geburt eines Menschen muß daher für dessenLeben von hoher Wichtigkeit sein. 1

Es ist sehr merkwürdig und beachtenswert, daß Piatonan mehreren Stellen seiner späteren (wachsenden Einfluß Pytha-goreischer Lehren verratenden) Werke ganz abweichende, undhöchst abgeklärte Ansichten äußert: die Sterne erweisen sichnicht selten, ebenso wie die Sonne, als der Erde an Größeweitaus überlegen, 2 ihre wahren Bewegungen sind völligandere als die scheinbaren, 3 und letztere täuschen auchGeschwindigkeiten vor, die das tatsächliche Verhältnis in seingerades Gegenteil verkehren; 4 nur dem Augenscheine nach istder Lauf der Sonne, des Mondes, und der fünf Planeten viel-fältig, verwirrt, und wechselnd, in Wahrheit aber bewegen sichdie Weltkörper in einfachen, gleichbleibenden, genau be-stimmten Kreisbahnen, 5 und es ist die Aufgabe der Forschung,für diese ein System zu finden, aus dem sich der Anscheindes Beobachteten in ausreichender Weise erklären läßt.

VII. Physikalisches.

Alle Bewegungen des einzelnen sind in letzter Linie aufdie zweckvoll bestimmte Bewegung des Kosmos zurückzuführen.Mit dem Weltganzen ist die Bewegung von Anfang an ver-knüpft, sie ist unerschaffen und unvergänglich; 6 im Gebieteder Einzeldinge beruhen alle Erscheinungen auf Bewegung,und außer ihr gibt es keinen anderen Erklärungsgrund. 7 Daß

1 Gastmahl IV, 289ff.; Staat V, 558ff. 2 Epinomis, a. a. O.

3 Staat V, 538 ff. 4 Gesetze VII, 249. 5 Gesetze, a. a. O.

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