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2 (1913)
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CHEMISCHES UND PHYSIKALISCHES AUS PLATON

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Krieges, doch verhielt sich dies nicht immer so, denn als dieMenschen noch das Leben von Hirtenvölkern führten, be-saßen sie keine Metalle, und zudem gingen die Kenntnisseüber deren Bearbeitung auch später zeitweise wieder verloren. 1Das Eisen ist ein Abfall des Goldes, 2 eine harte, schwarzeMasse, und heute allgemein bekannt; 3 dafür, daß es dies,ebenso wie das Kupfer, nicht zu allen Zeiten war, zeugt nochdas Verbot, im Weihbezirke der Atlantis mit eisernen Waffenzu jagen. 4 Die Schmiede bedienen sich, je nach den Zweckenihrer Arbeit, verschiedener in- und ausländischer Eisen-gattungen; 5 ferner gibt es gegossenes Eisen, dessen Stückebald tadellosaus einem Guß" sind, bald Fehlstellen auf-weisen, 6 sowie den unüberwindlichen Stahl, 7 Adamas (wasnicht Diamant bedeutet!). Wie Holz der Fäulnis, wie Ge-tr eide dem Mehltau, so fällt Eisen dem Rost anheim; Rostentsteht aus Eisen, und ebenso Grünspan aus Kupfer, infolged er Auswitterung erdiger Teilchen, und dieser Vorgang istein den Metallen ihrer Natur nach eigentümlicher, unterdessen Einfluß eine Zerstörung und Veränderung ihres be-sonderen Wesens erfolgt. 8

Andere Stoffe als die Metalle erwähnt Pia ton nur ganznebenbei und im Vorübergehen, z. B.: Marmor, Gips, Karneol,Jaspis, Smaragd und sonstige Edelsteine, 9 Kochsalz undLaugensalz, 10 Bleiweiß, 11 und Schwefel, den zuerst die ÄrzteUn d Seher (wohl als sie noch eine einzige Klasse bildeten)Zu r Reinigung und Räucherung (Austreibung der Krankheits-dämonen) gebrauchten. 12

Zur Aufnahme der Arome bedient man sich höchst reinerund geruchlos gemachter Flüssigkeiten (Öle?); 13 kostbare Arome

4 1 Gesetze VII, 415, 73. 2 Timäus VI, 181. 3 Phädros IV, 139.

4 Kritias VI, 337. 5 Kratylos II, 586. 6 Sophist III, 550. 7 Staat V,

564ff. 8 Timäus VI, 181; Staat V, 644. 9 Phädon IV, 536; Timäus VI,

183. io Timäus, a. a. O. 11 Lysis I, 254. 12 Kratylos II, 606.

13 Timäus VI, 170.