36 CHEMISCHES UND PHYSIKALISCHES AUS PLATON
Hauptarten gibt: 1 die weinartigen, die öl-, pech- und harz-artigen, die honigartigen, und die milchartigen, die zuweilenauch gleich geronnener Milch ausgeschwitzt werden (Opos,daher Opium!). Als Flüssiges und Nasses hat das Wasserauch die Natur des Geschmolzenen, und gibt daher beim Ab-kühlen und Erstarren Gesteine und Erden; die wachs- undharzähnlichen Mineralien enthalten noch viel unverändertesWasser, die Erze nur mehr wenig, die glas- und schmelz-artigen keines oder fast keines. 2
Die Erde wird unter dem Einflüsse des Feuers, desWassers, und des Druckes verschiedentlich verändert, bald zuschönen durchsichtigen Gesteinen, bald zu Kochsalz undlaugenähnlichen Salzen, die man durch Wasser ausziehenkann, bald zu festem Ton; die Teile, die wiederholt und ab-wechselnd durch Erhitzen und Abkühlen dem Feuer undWasser ausgesetzt waren, sind zumeist durch beide nichtmehr veränderlich, und weder löslich noch schmelzbar, 3während im übrigen die Löslichkeit wesentlich von der Dichteder Einzelstoffe abhängt, die den feineren Teilchen des kaltenoder heißen Wassers mehr oder minder leichten Durchganggestattet. Gröbere und feinere erdige Teilchen, zuweilen durchdie übrigen Elemente modifiziert, vermitteln die Geschmäcke,indem sie von der Zunge aus durch Blutäderchen zum Herzengeführt werden. Die gröbsten schmecken herb und zu-sammenziehend, bei großer Schärfe laugenhaft und ätzend,bei geringerer salzig; die feinsten, nach Art einer zartenSalbe alles ausgleichend und naturgemäß vereinigend, süß;die mittleren, durch Aufwallen und Gären gelockert, mitLuft gemischt, und zu Wasser enthaltenden Blasen umgebildet,sauer. Die durchdringenden, zu Kopf steigenden Geschmäckesetzen eine Verflüchtigung durch Wärme voraus, die bitteren(z. B. die der Galle) eine Verschärfung der sauren Prinzipien. 4
1 Timäus VI, 182. 2 ebd. VI, 181, 183. 3 Timäus VI, 183, 199;Theätet III, 108. 4 Theätet VI, 188ff., 196, 210.