20
CHEMISCHES AUS DEM „PAPYRUS EBERS"
ist die Röhrenkassia in Ägypten einheimisch, während dieKassiarinde schon um 1600 v. Chr. aus oder über Arabieneingeführt wurde. 1
5. Bitterstoffe. Von Gewächsen, die Bitterstoffe mil-derer oder schärferer Natur enthalten, finden sich genannt:Lattich, Endivie (qatsut), 2 Absinth (saam), 3 Granate(deren Wurzelrinde bereits zum Abtreiben der Würmer diente),Tamariske, Kalmus aus dem Lande t'abi (d.i. Asien), undAloe, — nicht zu verwechseln mit dem gleichfalls vorkommen-den Aloeholz. 4
6. Farbstoffe. Pflanzen, die ihrer färbenden, aber auchihrer sonstigen arzneilichen Eigenschaften halber benützt werden,sind: Saflor (nesti = Carthamus tinctorius), 5 Senau (Cartha-mus lanatus), 6 Krokus in seinen verschiedenen Abarten (vomSüden, vom Norden, vom Berge, vom Delta), - deren einejedoch Ebers mit Chelidonium majus (matet) identifiziert,wonach man Krokus vielleicht nur für einen Sammelnamenzu halten hat —, und endlich Indigo. Nach Loret ist Indigoim östlichen Nordafrika einheimisch und heißt ägyptisch Tin-kon, woraus durch einen etymologischen Irrtum der griechi-schen und römischen Autoren „Indikon" und „Indicum" ent-standen ist; 7 über seine uralte Anwendung zum Färben, dieum 1600 v. Chr., wie Gräberfunde beweisen, schon eine längstbekannte war, berichtet Woenig. 8
7. Narkotika. Von diesen werden verschrieben: Bilsen-kraut (sepet) in Öl, 9 Alraunen, auch als Alraunbeeren undals Mehl (= eingedickter Saft?) der Alraunen von Elephantine, 10sowie Opium; an verschiedenen Stellen finden sich erwähnt:die Mohnpflanze (Chesit), 11 Chesit-Stengel und -Rinde, 12 Chesit-
1 Woenig, S. 343, 359. 2 S. 129. 3 S. 21; Woenig denkt an
den Keuschlammbaum (S. 375). 4 S. 122, 142, 180. 5 S. 23; der
ölreichen Samen gedenkt Woenig, S. 351. 6 S. 124. 7 Loret, S. 177;
s. meine „Abhandl. und Vorträge", S. 93. 8 Woenig, S. 353. 9 S. 108.
10 S. 44, 126. 11 S. 25, 74, 133, 153. « S. 67, 173; 70.