CHEMISCHES AUS DEM „PAPYRUS EBERS"
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mit „Götterkot" übersetzt, ist vielleicht auch nur eine ArtKehricht, der Abfall verschiedener Stoffe, die bei Kult-handlungen, Reinigungs-Zeremonien u. dgl., Verwendung ge-funden hatten. - Unter „Krokodilerde", die Ebers als Nil-schlamm deutet, 1 sind möglicherweise die Exkremente jenerReptilien zu verstehen, über deren Verwendung zu kosme-tischen Zwecken noch Dioskurides berichtet. 2
III. Pflanzliche Stoffe.
1. Fette. Zu mehr als 80 Rezepten wird die Beigabe vonÖl vorgeschrieben, das sich zuweilen auch als reines oderweißes bezeichnet findet; außer Sesamöl und Behenöl(qebu, baq) wird besonders oft Rizinusöl verlangt, einigeMale mit dem Zusätze „aus den Früchten gepreßt . 3 Der Ri-zinusbaum (qeqi, qiqi) lieferte überhaupt zahlreiche Heilmittel,denn neben der Frucht (qesebt) und der Beere (deqm) werdenauch Blätter, Mark und Wurzelrinde verordnet. 4 Das „Baumöl"dürfte wohl ebenfalls als Rizinusöl anzusehen sein; was jedochdas „eingetrocknete Öl" war, dessen „Stücke" einer Salbe zu-gesetzt werden sollten, 5 bleibt ungewiß.
2. Kohlenhydrate. Als Versüßungsmittel dienen: haupt-sächlich (an 200mal) Honig, und zwar roher, gekochter, undgeronnener (fest gewordener?), ferner Rosinen (sa-sa),Weinbeeren, Feigen und Sy komorenfeigen (sämtlichteils frisch, teils getrocknet oder geröstet), und sehr häufigDatteln, in Form von frischen oder grünen Früchten,von Abfällen, und von „Teig oder Mehl", — woruntervermutlich der zu einer Art Honig eingekochte Saft zuverstehen ist, aus dem eigene Hofbeamte, die „Macherder Dattel-Süßigkeiten", allerlei wohlschmeckende Speisenzu bereiten hatten. 6
1 S. 81. 2 s. meine „Abhandl. und Vorträge", S. 61. 3 S. 26, 63.
4 z. B. S. 5, 11, 70. 5 S. 34. 6 Woenig, S. 312; Brugsch, S. 220.
v. Lippmann, Abhandi. u. Vortr. II. 2