CHEMISCHES AUS DEM „PAPYRUS EBERS"
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hauptsächlich wird auch die fragliche Substanz gegen Blut-fluß, zur Heilung blutender Wunden usf., verschrieben,wobei aus Gründen der „Sympathie" der rote Hämatit sehrangebracht erscheint.
4. Zink und Zinn kommen im Papyrus Ebers nicht vor.Metallisches Zink war dem Altertum überhaupt unbekannt,zinkhaltige Erze wurden jedoch in Vorderasien schon früh-zeitig medizinisch benützt, und die Galmei könnte daher einvon dorther eingeführtes Präparat sein, — vorausgesetzt, daß dieÜbersetzung richtig ist; die Anwendung zu Augensalben u. dgl. 1spricht zugunsten dieser Annahme.
Zinn verwandte man in Ägypten schon gegen Ende derältesten Periode zur Herstellung von Bronzegeräten, die all-mählich, jedoch nicht völlig, die ursprünglich rein kupfernenverdrängten; in der Mehrzahl der Fälle (jedoch nicht aus-nahmslos!) sind die Bronzen der frühesten Zeit noch sehr arm,die der späteren aber reicher an Zinn, das Metall scheint alsoanfangs noch selten und kostbar gewesen zu sein. Ramses III.(um 1200 v. Chr.) verkündigt in einer Inschrift, er habe denGöttern neben den obenerwähnten 100000 Pfund Kupfer und9000 Pfund Blei auch 95 Pfund Zinn dargebracht, und „ausden Tributen" nochmals 19000 Pfund Kupfer und 2130 PfundZinn; 2 unter den Gegenden, die als Bringer dieser Tributeaufgezählt werden, kann für das Zinn allein Vorderasien inBetracht kommen; daselbst sind in den transkaukasischen undpersischen Gebirgen einige Fundorte nachweisbar, die jedenfallsauch das Material zu dem aus dortigen Gräbern des zweitenvorchristlichen Jahrtausends zutage geförderten Zinnschmuckgeliefert haben, und derer noch in später Zeit Strabon gedenkt. 3Die Einfuhr von Zinn durch die Phönizier über die westlichenMittelmeerländer und aus England ist jedenfalls erst eine Folge-
1 S. 89, 90, 94. s Brugsch, S. 271, 273. a „Erdbeschreibung",
Hb. 15, cap. 2, Absatz 10.