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CHEMISCHES AUS DEM „PAPYRUS EBERS"
erscheinung, denn an den umständlichen und kostspieligen Be-zug eines Produktes vom Ende der damals bekannten Welt herkonnte man nicht früher denken, als die Art der Benützung undVerwertung längst sicher feststand und sich dringender Bedarfgeltend machte. Die hieroglyphische Bezeichnung für Zinnist „weißes Blei", vermutlich weil Zinn wirklich für eineAbart des Bleies galt, wie dies selbst noch in römischer Zeitder Gegensatz zwischen „plumbum album" und „plumbumnigrum" zeigt; erst in später hellenistischer Periode tritt derName „Tran" auf. 1
5. Antimon. Schwefelantimon oder „Stimmi" (Sti-bium) findet sich im Papyrus Ebers zweimal als solches er-wähnt 2 und bildet zweifellos auch einen wesentlichen Bestand-teil der Augenschminken und Collyrien, die in etwa 40 Re-zepten verordnet werden (zuweilen auch innerlich); 3 einigeMale ist von „männlichem" die Rede, 4 - was daran erinnert,daß noch bei Plinius zwei Sorten Stibium vorkommen,männliches und weibliches 5 —, einige Male auch von„echtem", 6 womit es übereinstimmt, daß nach neuerenAnalysen die in Grabstätten usf. vorgefundenen Restenicht selten statt aus Schwefelantimon aus Schwefelbleibestanden, über dessen Herstellung oder Bezugsquelle nichtsNäheres bekannt ist. 7 Der prophylaktischen Verwendungvon Augenschminken bei den Völkern an den Küsten desroten Meeres ist schon oben gedacht worden; bereits um2500 v. Chr. erwähnen Inschriften die Augenschminke Mestem(koptisch Stem = Stimmi) als aus dem Lande Pitsew (d. i. Ara-bien) kommend, 8 und ebendaher brachte man sie, wie alteDenkmäler bezeugen, zur Zeit der Königin Hatschepsu(um 1600 v. Chr.) 9 sowie des Königs Thutmosis III. (um1500 v. Chr.); 10 ein sehr altes Ritualbuch des Ammondienstes
1 Brugsch, S. 398. 2 S. 84, 87. 8 z. B. S. 19. 4 S. 87, 95.
5 „Hist Nat.", lib. 33, cap. 101. 8 S. 87, 89. 7 Brugsch, S. 405.
8 Brugsch, ebd. 6 Woenig, a. a. O., S. 359. 10 Brugsch, S. 405.