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CHEMISCHES AUS DEM „PAPYRUS EBERS"
göttin jener Sinai-Gegend war, die den Grünstein Mafek(= Malachit) lieferte. 1 Joachim und Lieblein identi-fizieren ihre „grüne Bleierde" auch mit den Chent-Körnern 2und dem Chent-Mörtel, 3 d. h. wohl mit einer körnigen oderbreiigen Masse von „Chent", aus welchem Worte man ver-mutlich von Oefeles „h-n-t-j" herauszulesen hat; auch isteinmal vom „Bodensatze der grünen Bleierde" die Rede, 4was gleichfalls auf erdigen Malachit paßt, der durch Schlämmengereinigt wurde, und endlich findet sich grüne Bleierde zu-sammen mit Lapis lazuli verordnet, 5 den die Listen der kost-baren „Metalle" stets gemeinsam mit Malachit aufzählen. 6
3. Eisen 7 wird einmal als „Eisen aus der Stadt Qesi"(in Oberägypten) angeführt, und einmal als „art-pet" =„himmels-gemachtes", d. i. wohl Meteoreisen, dem alle Völkerseines Ursprunges halber besondere Kräfte zuzuschreibenpflegen; 8 Eisen war im alten Ägypten schon während desvierten vorchristlichen Jahrtausends bekannt, und stand um1500 v. Chr. bereits sehr allgemein in Gebrauch, ohne in-dessen Bronze und Kupfer völlig zu verdrängen. 9 Ob der„schwarze Messerstein" des Papyrus Ebers als Eisen oderEisenmineral anzusehen ist, bleibt dahingestellt; vielleichthandelt es sich um Obsidian, der noch lange nach Einführungder Metalle zu religiösen (und daher auch zu medizinischen)Zwecken in Anwendung blieb. — Hämatit (Blutstein, Rot-eisenstein) ist jedenfalls von Ebers richtig übersetzt, 10 und dasich dieses Mineral an verschiedenen leicht zugänglichen Orten(u. a. in großer Menge am Sinai) vorfindet, so braucht mannicht an Brugschs Rötel der nördlichen Oasen zu denken, 11und noch weniger mit Joachim und Lieblein an Granit; 12
1 ebd. S. 402. 2 S. 68, 139. 3 S. 189. 4 S. 82. 6 S. 95.
6 Lepsius, a. a. O. 7 S. 90, 168. 8 Man denke an den „schwarzen
Stein" der Kaaba zu Mekka. 9 Lepsius, a. a. O.; s. meine „Abhandlungen
und Vorträge zur Geschichte der Naturwissenschaften", Leipzig 1906, S. 259.
lu S. 92. 11 Brugsch, S. 406. lä S. 92, 115, 120, 158.