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2 (1913)
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CHEMISCHES AUS DEMPAPYRUS EBERS"

göttin jener Sinai-Gegend war, die den Grünstein Mafek(= Malachit) lieferte. 1 Joachim und Lieblein identi-fizieren ihregrüne Bleierde" auch mit den Chent-Körnern 2und dem Chent-Mörtel, 3 d. h. wohl mit einer körnigen oderbreiigen Masse vonChent", aus welchem Worte man ver-mutlich von Oefelesh-n-t-j" herauszulesen hat; auch isteinmal vomBodensatze der grünen Bleierde" die Rede, 4was gleichfalls auf erdigen Malachit paßt, der durch Schlämmengereinigt wurde, und endlich findet sich grüne Bleierde zu-sammen mit Lapis lazuli verordnet, 5 den die Listen der kost-barenMetalle" stets gemeinsam mit Malachit aufzählen. 6

3. Eisen 7 wird einmal alsEisen aus der Stadt Qesi"(in Oberägypten) angeführt, und einmal alsart-pet" =himmels-gemachtes", d. i. wohl Meteoreisen, dem alle Völkerseines Ursprunges halber besondere Kräfte zuzuschreibenpflegen; 8 Eisen war im alten Ägypten schon während desvierten vorchristlichen Jahrtausends bekannt, und stand um1500 v. Chr. bereits sehr allgemein in Gebrauch, ohne in-dessen Bronze und Kupfer völlig zu verdrängen. 9 Ob derschwarze Messerstein" des Papyrus Ebers als Eisen oderEisenmineral anzusehen ist, bleibt dahingestellt; vielleichthandelt es sich um Obsidian, der noch lange nach Einführungder Metalle zu religiösen (und daher auch zu medizinischen)Zwecken in Anwendung blieb. Hämatit (Blutstein, Rot-eisenstein) ist jedenfalls von Ebers richtig übersetzt, 10 und dasich dieses Mineral an verschiedenen leicht zugänglichen Orten(u. a. in großer Menge am Sinai) vorfindet, so braucht mannicht an Brugschs Rötel der nördlichen Oasen zu denken, 11und noch weniger mit Joachim und Lieblein an Granit; 12

1 ebd. S. 402. 2 S. 68, 139. 3 S. 189. 4 S. 82. 6 S. 95.

6 Lepsius, a. a. O. 7 S. 90, 168. 8 Man denke an denschwarzen

Stein" der Kaaba zu Mekka. 9 Lepsius, a. a. O.; s. meineAbhandlungen

und Vorträge zur Geschichte der Naturwissenschaften", Leipzig 1906, S. 259.

lu S. 92. 11 Brugsch, S. 406. S. 92, 115, 120, 158.