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2 (1913)
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CHEMISCHES AUS DEMPAPYRUS EBERS"

2. Ein Stück Blei wird einmal zum Auflegen auf einenWundschorf verordnet; dieses Metall war den Ägyptern ebenfallsschon in sehr früher Zeit wohlbekannt, immerhin rühmt sichaber noch Ramses III. (um 1200 v. Chr.), den Göttern u. a.mehr als 100000 Pfund Kupfer und 9000 Pfund Blei dar-gebracht zu haben. 1 Von Bleipräparaten finden zu äußer-lichen Zwecken, häufig aber auch zu innerlichen, Verwendung:Mennige, Bleivitriol, und Grüne Bleierde, in manchenRezepten auch alle drei zusammen. 2 Bleivitriol war im Alter-tum wohl überhaupt nicht, sicherlich aber nicht im altenÄgypten bekannt, wäre auch keinesfalls, wie dies Joachimtut, 3 mit dem ,,Sory" der griechischen Autoren zu identifizieren.Bekanntlich gibt es wenige Substanzen, die den Kommen-tatoren so vieles Kopfzerbrechen verursachten, wie dasSory"undMisy" des Dioskurides, Plinius, Galenos, undanderer antiker Schriftsteller; völlige Sicherheit besteht auchheute noch nicht, doch darf als wahrscheinlichste Erklärunggelten, daß Misy im wesentlichen ein kupferkieshaltiger Pyritwar, und Sory ein vornehmlich aus basischen Eisensulfatenbestehendes Gemenge von Produkten seiner allmählichen Zer-setzung und Oxydation.Sory" soll ein ägyptisches Wort sein,auch findet sich diese Substanz, wie noch Dioskurides be-richtet, 4 in Ägypten selbst vor; dagegen wurdeMisy" haupt-sächlich aus Cypern bezogen, 5 und da diese Insel nach Brugsch 6ägyptisch Isy, nach Lepsius 7 Mas hieß, so mögen Fachgelehrteentscheiden, ob zwischen diesen Namen und dem Worte Misy,das bisher für unerklärt gilt, ein Zusammenhang besteht, obetwa, ähnlich wie (nicht unbestritten!) Cupressus und Cuprum,auch Misy =Cyprisches" zu setzen ist?

Da dieGrüne Bleierde" eines der am häufigsten (in überfünfzig Rezepten) äußerlich und innerlich verordneten Heil-

1 Brugsch, S. 271. 2 z. B. S. 134. 3 S. 7, 17 bis 20 usf.

4Materia medica", üb. 5, cap. 118. 5 ebd. cap. 116. 6 Brugsch,S. 465. 7 a. a. O. S. 104.