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Des Pedanias Dioscuvides Arzneimittellehre in 5 Büchern
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Die Arzneimittellehre des Dioskurides.

Cap. 91. Ilspi 'Ast^cboo srspoo. Andere Hauswurz. Esscheint noch eine dritte Art Aeizoon zu geben, welche Einige wildenPortulak oder Telephion 1 ), die Römer Illecebra 2 ) nennen. Dasselbe hatbreitere, denen des Portulak nahekommende rauhe Blätter, es wächstan Felsen. Es hat erwärmende, scharfe, Geschwüre erzeugende Kraft,vertheilt, mit Schmalz aufgelegt, Drüsen.

') Cerinthe, Wachsblume. 2 ) Verlockung, Synonym für Andrachne agria,Wilder Portulak.

Sedum stellatum L. (Crassulaceae), Sternförmiger Mauerpfeffer.

Cap. 90 (92). Ilspi KotuXyjSövo ;. Nabelblatt. Das Koty-ledon Einige nennen es Skytalion 1 ), Andere Kymbalion 2 ) [noch AndereScham der Aphrodite, Erdnabel, Stichis, Stergethron, die Römer Venus-gürtel] hat ein wie ein Essignäpfchen rundes, dunkel hohles Blatt, da-zwischen ein kurzes Stengelchen mit dem Samen, eine runde olivenförmigeWurzel. Der Saft derselben und der Blätter mit Wein als Salbe oderInjection heilt Verengungen an den Schamtheilen, hilft als Umschlag gegenEntzündungen, Rose, Frostbeulen und Skrofeln, ebenso bei erhitztem Magen.Die Blätter mit der Wurzel, genossen, zertrümmern den Stein und treibenden Harn. Auch den Wassersüchtigen werden sie mit Honigwein ge-geben; man gebraucht sie auch zu Liebesmitteln.

') Keulchen, auf die Wurzel bezogen. 2 ) Cymbelchen, von der Form derBlüthe mit concaven, kurzen und breiten Kronenzipfeln.

Cotyledon TJmbilicus L. (Crassulaceae), Nabelblatt, an steinigen Stellen imsüdlichen Europa. Das Kraut war früher als Herba Umbilici Veneris seu Cotyle-donis gebräuchlich. Die Wurzel ist knollig, fleischig, der Stengel aufrecht, untenbeblättert, nach oben zu traubig-ästig, die Blätter stehen am Grunde gehäuft, sindsehr saftig, die oberen kleiner, viel kürzer, gestielt und fast keil-nierenförmig, dieBlüthen zahlreich, traubig, klein und gelblichgrün, die Kronenzipfel stachelig.

Cap. 91 (93). Ilspi stepac KoroXrjSövoc. Anderes Nabel-kraut. Es gibt noch eine andere Art Kotyledon, welche Einige auchKymbalion nennen; es hat breitere und weichere 1 ) Blätter wie kleineZungen, welche dicht um die Wurzel stehen und gleichsam ein Auge inder Mitte bilden, wie die baumartige Hauswurz, sie haben adstringirendenGeschmack. Der kleine Stengel ist zart, die Blüthen und Samen davonsind denen des Hartheus ähnlich. Die Wurzel ist grösser. Es hat die-selbe Wirkung wie die Hauswurz.

') So der Cod. C., die meisten anderen haben Xutapä, fette.

Matthiolus zog zuerst Saxifraga Cotyledon hierher, Fr aas hält die Pflanzefür Saxifraga media var. Sibthorpiana Grieseb. (Saxifragaceae), Rother Stein-brech, die er am Parnass in der regio alpina zwischen Felsen häufig fand, Koste-letzky dagegen für Umbilicus erectus L. (Crassulaceae), Aufrechtes Nabel-kraut, mit kriechender Wurzel und gelben, etwas grösseren Blüthen als die vorige.