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Des Pedanias Dioscuvides Arzneimittellehre in 5 Büchern
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IV. Buch. Cap. 93 (95).

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Die Blätter sind am Grunde ziemlich gehäuft, die oberen kleiner und viel kürzergestielt. Die Pflanze ist seltener als die vorige.

Cap. 92 (94). IIspi 'AxaXüiyj?. Nessel. Die AkalypheEinige nennen sie Knide 1 ) [Andere Adike 2 ), die Römer Urtica, dieAegypter Seiepsion, die Dakier Dyn] kommt in zwei Arten vor. Die einenämlich ist wilder, hat rauhere, breitere und dunklere Blätter und eine demLeinsamen ähnliche, nur kleinere Frucht. Die andere [Urtica mollis derRömer] bat feinen Samen und ist nicht so rauh. Die Blätter beider, mitSalz als Kataplasma, heilen Hundsbisse und Gangrän, böse, krebsartigeund schmutzige Geschwüre, sowie Verrenkungen, Skrofeln, Drüsen anden Ohren und an den Schamtheilen und Abscesse. Milzkranken werdensie mit Wachssalbe aufgelegt. Die Blätter mit dem Safte zerrieben undeingelegt helfen auch gegen Nasenbluten. Ferner befördern sie mitMyrrhe im Zäpfchen die Menstruation; die frischen Blätter, eingelegt,bringen Gebärmuttervorfall in Ordnung. Der Same, mit Rosinenwein ge-trunken, reizt zum Beischlaf und öffnet die Gebärmutter; mit Honig alsLeckmittel hilft er bei Orthopnoe, Lungen- und Brustfellentzündung, führtdie Unreinigkeiten aus der Brust und wird den fäulnisswidrigen Mittelnzugesetzt. Mit Muscheln zusammengekocht erweichen die Blätter denBauch, vertreiben Blähungen und treiben den Harn. Mit Ptisane ge-kocht reinigen sie die Brust. Die Abkochung der Blätter mit etwas Myrrhegetrunken befördert die Katamenien. Der Saft als Gurgelmittel beseitigtdie Entzündung des Zäpfchens.

') Nessel. 2 ) Unschicklich, von der brennenden Eigenschaft; Cod. C. hat dieUeberschrift icspl über das Jucken, auch die Bezeichnung 'AxaXucpe, die Un-

verhüllte, deutet darauf hin.

Die erstere Pflanze ist Urtica pillulif'era L. (Urticaceae), Pillennessel, dieandere Urtica urens L., Brennnessel; bei Sprengel Urtica urens und dioica L.

Plinius XXI 92 unterscheidet sie in eine männliche und weibliche, gibt diebrennende Eigenschaft der Haare an und empfiehlt die jungen Schüsse als Gemüse.

Die Brennhaare der Nessel enthalten einen giftigen Zellsaft, welcher, wennbei der Berührung mit der Haut die glasartig spröde Spitze der Haare abbricht, indie Haut dringt und das Jucken verursacht.

Cap. 93 (95). üspi raXioifewc. Galiopsis. Die GaliopsisEinige nennen sie Galeobdolon [Andere Galephos, die Aegypter Aithopi,die Römer Urtica Labo 1 )]. Der ganze Strauch mit Stengel und Blätterngleicht der Nessel, die Blätter sind aber glatter und beim Zerreiben sehrÜbelriechend, die zarten Blüthen sind purpurfarbig. Sie wächst überalla n Zäunen, Wegen und auf Bauplätzen. Die Blätter, sowie der Stengel,der Saft und die Frucht haben die Kraft, Carcinome, Drüsen am Ohrund an der Schamgegend zu zertheilen. Man muss sie zweimal des Tagesmit Essig auflegen und ein warmes Kataplasma davon machen. Ihre