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Des Pedanias Dioscuvides Arzneimittellehre in 5 Büchern
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IV. Buch. Cap. 89 (90).

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Notios 11 ), die Propheten Paronychia, Chrysitis, die Römer Ceriocussia 12 ),Zeuspenis, Diopetes, Sudemmur, die Aegypter Pamphanes.] Es entwickeltellenlange oder auch grössere, daumendicke, fette, sattgrüne Stengel mitEinschnitten wie beim Wolfsmilchstrauch. Die Blätter sind fett, daumen-gross, nach der Spitze hin zungenförmig, die unteren Blätter sind zurück-gebogen, die oberen dagegen fest aneinander liegend, einen augenförmigenKreis bildend. Es wächst in bergigen Gegenden. Einige ziehen das-selbe auch in Töpfen auf den Dächern. Es hat kühlende, adstringirendeKraft, wirksam gegen Rose, kriechende und fressende Geschwüre, Augen-entziindungen, Brandwunden, Podagra, wenn die Blätter für sich odermit Graupen als Umschlag angewandt werden. Der Saft mit Rosenöl wirdgegen Kopfschmerzen aufgesprengt, den von Schlangen Gebissenen wirder im Tranke gereicht, ebenso denen, die an Bauchfluss und Dysenterieleiden. Mit Wein getrunken tödtet er die Eingeweidewürmer und denBandwurm. Ferner stellt er, im Zäpfchen eingelegt, den Fluss derFrauen; auch wird der Saft mit Nutzen bei Triefäugigen als Salbe ge-braucht.

') Immerfriseh (äei und ö-aXsio?). 2 ) Goldsame, von den goldgelben Blüthen-i'ispen. 3 ) Thierauge. 4 ) Ochsenauge. 5 ) Liebesmittel, Plinius XXV 160: quiaamatoriis conveniat. 6 ) Immerwährend. ') Immer goldig. s ) Ganz goldig. 9 ) Erst-geboren. I0 ) ßopsio?, nördlich, kühl. I! ) Feucht. 12 ) Ceracussia, aus Wachs ge-formt, eine Wachsblume.

Setnpervivum arboreum L. (Crassulaceae), Baumartige Hauswurz.

Bei Plinius Sedum; Theophrast beschreibt (Hist. pl. YII 15, 2) ein asi'Cujov,welches ohne Schwierigkeit auf Sempervivum tectorum zu beziehen ist.

Die Pflanze kommt in Griechenland selten vor, Sibthorp fand sie auf Kypern,m Italien ist sie häufig; sie gehört dem südlichsten Europa, dem nördlichen Afrikaund dem Orient an, wird auch bei uns häufig cultivirt, doch kommen die goldgelbenBlüthenrispen selten zur Entwickelung.

Cap. 89 (90). Ilspi ' A si C mgü [iixpoö. Kleine Hauswurz. Daskleine Aeizoon [Einige nennen es Petrophyes 1 ), Andere Brotion 2 ), Theo-brotion 8 ), Krobyssos, Cheimerme 1 ), Keraunia 5 ), die Römer Vitalis, Herbasemperviva 6 ), die Aegypter Etieikelta] wächst auf Mauern und Felsen, aufWänden und schattigen Grabmälern. Es treibt aus einer Wurzel vielezarte Stengelchen, stark besetzt mit runden, fetten, kleinen, vorn spitzenBlättern; es entwickelt aber auch in der Mitte einen etwa spannen-langen Stengel, der eine Dolde mit zarten, gelbgrünen Blüthen trägt.^ fe ine Blätter haben dieselbe Kraft wie die des vorhergehenden.

') Felsengewächs. ") Menschenblut. 3 ) Gottmenschenblut. 4 ) Winterpflanze.') Donnerpflanze, weil sie nach Gewittern sich bilden sollte; auch soll sie nachaltem Aberglauben den Blitz abhalten. 6 ) Immer lebendes Kraut.

Sedum amplexicaule D. C. (Crassulaceae), Kleine Hauswurz, eine gleichfallsdem südlichen Europa angehörige Pflanze.