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Des Pedanias Dioscuvides Arzneimittellehre in 5 Büchern
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Die Arzneimittellehre des Dioskurides.

Welcher Zusammenhang zwischen dieser Pflanze Ostindiens und dem Sil-phion an der Küste des Mittelländischen Meeres besteht, muss dahingestellt bleiben.Jedenfalls hat die Untersuchung das negative Resultat gehabt, dass Thapsia nichtdie Mutterpflanze des kyreneischen Silphion ist.

Cap. 85 (95). Ilepi Sayaitvjvoü, Sagapenon. Das Sagapenist der Saft einer steckenkrautähnlichen, in Medien wachsenden Pflanze.Den Vorzug verdient das durchscheinende, welches aussen gelb, innenaber weiss ist, den Geruch hält zwischen Silphion und Galbanum undscharfen Geschmack hat. Es wirkt gegen Brust- und Seitenschmerzen,gegen innere Rupturen, Krämpfe und chronischen Husten, es reinigt auchdie Lunge von dickem Schleim. Es wird ferner denen im Tranke ge-geben, die an Epilepsie, an Opisthotonie, an der Milz, an Paralyse, Er-kältungen und periodischen Fiebern leiden. Auch in Salben wird es mitNutzen angewandt. Es befördert die Menstruation und tödtet den Fötus,wenn es mit Honigmeth getrunken wird. Mit Wein genommen hilft esden von giftigen Thieren Gebissenen. Mit Essig als Riechmittel richtetes die von Mutterkrämpfen Gepeinigten auf. Es entfernt Narben imAuge, Verdunkelungen auf der Pupille und Unterlaufungen. Es wird wieder Saft 1 ) mit Raute und bitteren Mandeln oder Honig oder warmemBrode gemischt.

') d. h. Silphion-Saft.

Als wahrscheinliche Mutterpflanze des Sagapen wird Ferula persica L. oder■; Ferula Scuntziana D. C. (Umbelliferae), Persisches Steckenkraut, angenommen.

Aus dem Arzneischatze ist es schon lange verschwunden.

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Cap. 86 (96). Ilspi Euipopßioi). Euphorbion. Das Euphor-|8| bion ist ein steckenkrautähnlicher libyscher Baum, welcher am Atlas in

Maurusien 1 ) wächst, voll eines scharfen Saftes, vor dem die dortigen Bewohnersich fürchten und ihn wegen des heftigen Brennens so sammeln: Siebinden also frische gereinigte Schafmägen um den Baum und verwundendann aus der Ferne seine Rinde mit Wurfspeeren; sofort aber, wie auseinem Gefässe ergiesst sich der Saft reichlich in die Mägen, er wird aberauch herausgeschleudert und auf die Erde gespritzt. Es gibt zwei Artendes Saftes, den durchscheinenden, wie Sarkokolla, von Erbsengrösse, undden glasartigen, in den Mägen gesammelten. Verfälscht wird er durchVermischen mit Sarkokolla und Leim. Wähle aber den durchsichtigenund scharfen. Schwer ist er durch eine genommene Kostprobe zu be-urtheilen, weil, wenn einmal die Zunge davon berührt ist, das Brenneneine ziemliche Zeit anhält, so dass alles ihr Gebotene Euphorbium zu seinscheint. Die Erfindung desselben wird aber auf Juba, den König vonLibyen, zurückgeführt. Der Saft hat, eingestrichen, die Kraft, Unter-laufungen des Auges zu vertheilen; er brennt jedoch den ganzen Tag.