III. Buch. Cap. 84 (94).
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dass Silpliium und Thapsia zwei pharmakologisch ganz verschiedene Pflanzen sind.Die Untersuchung einer in der Gegend des ehemaligen Kyrene gesammelten Wurzelvon Thapsia ergab, dass das Wirksame in dem harzigen Milchsafte derselben liegt,welcher sich in Alkohol und Aether löst, dass in dem ausgezogenen Pulver keinerleiwirksame Substanz zurückbleibt. Dieser Milchsaft ist blasenziehend, seine Wirkungist der des Crotonöls und der Kanthariden gleich. Das stimmt auch mit der War-nung des Theophrast, dass man sich beim Graben der Thapsia-Wurzel vom Windeabgewandt stellen und das Gesicht mit Wachssalbe überziehen müsse, sonst schwelleder Körper durch die Ausdünstung der Pflanze an, im Gesicht bekomme man dieRose u.s.w. Der wahre Grund davon ist der ins Gesicht, auf die Hände u.s.w.gespritzte Milchsaft. Auch sonst kann die Beschreibung der Thapsia des Theophrastund D. nicht auf das Silphion bezogen werden. Der Text des D. lässt offenbar aufzwei verschiedene Pflanzen schliessen. Das Silphion der Alten war erstlich einewohlriechende, äusserst wohlschmeckende Pflanze, heimisch in der Landschaft Kyrene,dann eine sehr hässlich riechende (ßpoujj.iuSeaTEpav e/ouaa öajx-fjv) in Medien und Armenien.Die letztere ist ohne Zweifel Ferula Asa foetida L., Ferula Narthex Boiss., auch FerulaScordosma Bentl. et Trimen (Umbelliferae), Stinkasant, der in Persien wachsende,2—3 m hohe Strauch, welcher das Gummiharz Asa foetida liefert. Zur Saftgewinnungwird beim Welken der Blätter der Stengel abgeschnitten, die Wurzel entblösst und mitBlättern umlegt und angeschnitten. Oder man schneidet eine Scheibe nach deranderen von der Wurzel ab und sammelt den austretenden dünnen Saft, „Shir",welcher mit anderen Substanzen zur Consistenz geknetet wird. Nach mehreren Mo-naten tritt ein dickerer Saft, „Pispaz", aus, die Asa foetida des Handels, das Hiltitder Araber. Sie kommt in mehreren Sorten vor: 1. in Körnern oder Thränen (Asafoet. in granis seu lacrymis), es sind unregelmässige, lose oder verklebte, blass-bräunliche Körner, welche in der Kälte hart, in der Wärme weich sind. Auf demBruche sind sie bläulichweiss, porzellanartig, werden an der Luft aber röthlich,violett und zuletzt blassbräunlich. 2. Asa foet. in massis seu amygdaloides,unregelmässige, dunkelfarbige Klumpen mit eingebetteten Körnern (Mandeln) derersten Sorte. Sie enthält auch Pflanzenreste, Sand, Steinchen u. s. w.
Die Asa foetida besteht aus bis zu 71°/» Harz, 6—9°/o ätherischem Oel und12-—15°/o einer Art Gummi und ist ein Antihystericum lind Wurmmittel.
Auch Oerstedt (Zeitschr. f. Ethnol. III 3) unterscheidet zwischen kyreneischemund medischem Silphion, das letztere ist nach ihm Asa foetida. Die erstere Pflanzewar von der grössten medicinischen und nationalen Bedeutung, da jeder Theil derPflanze einen hohen Werth hatte. Die dicke, heilkräftige Wurzel kam in Scheibengeschnitten in den Handel, die jungen Sprossen gaben das feinste Gemüse, dieStengel galten als Delicatesse, Wurzel und Stengel lieferten den kostbaren heil-kräftigen Saft. Die Pflanze wurde so geschätzt, dass sie auf den Münzen abgebildetwurde. In der Nationalbibliothek zu Paris befindet sich ein antikes Gefäss, dieArkesilas-Schale, in deren "Vertiefung der König Arkesilas (wahrscheinlich Arkesilas IV.im die Mitte des 4. Jahrh. v. Chr.) das Abwägen des Silphion controllirt, währendSklaven und Arbeiter dasselbe in Säcke verpacken.
Der englische Botaniker Falkoner hat im nördlichen Kaschmir ein hohesDoldengewächs gefunden, welches eine Art Asant liefert, und dasselbe als Narthexbestimmt. Friedländer (Numismatische Zeitschr. 1872) sagt: „Die Abbildung derPflanze entspricht genau dem Bilde der Münzen" u. s. w. (s. Baumeister, Denkmäler'I p. 948 und Janus 1898, Juli-August). Nach der Abbildung ist der starke, ge-rillte Stengel reichlich mit fiederspaltigen Blättern besetzt, deren Stiele aufgeblaseneScheiden bilden; an der Spitze des Stengels sitzt eine nicht reich verzweigte Dolde.