deshalb wird er mit Honig oder mit Kollyrien zu dem betreffenden Schärfe-grade gemischt. Er ist ein gutes Mittel bei Ischiasleiden, wenn er einemaromatischen Tranke zugesetzt und getrunken wird. Knochensplitter ziehter am selben Tage aus, bei der Anwendung muss man aber das um dieKnochen herum liegende Fleisch mit Charpie oder Wachssalbe sichern.Einige erzählen, dass den von Schlangen Gebissenen keinerlei Ungemachpassirt, wenn man die Kopfhaut bis auf die Knochen einschneidet, denfein geriebenen Saft hineinschüttet und die Wunde zunäht.
') Oder Mauretanien, eine Landschaft im Nordwesten des den Alten bekanntenAfrika, das heutige Algerien.
D. nennt die Pflanze einen Baum, da er dieselbe wohl selbst nie gesehen hat.Nach Plinius XXV 77 hat Juba, König von Mauretanien und Getulien (30 v. Chr.bis 24 n. Chr.), die Pflanze zuerst aufgefunden, ihr ein Werkchen gewidmet und sienach seinem Leibarzt Euphorbos benannt.
Die Mutterpflanze des Euphorbium ist Euphorbia resinifera Berg (Euphorbia-ceae), ein kaktusähnlicher, 2 m hoher, oft reich verzweigter Strauch an den Vorbergendes westlichen Atlas, hauptsächlich im Inneren von Marokko, mit daumendicken, vier-kantigen, fleischigen, bläulichgrünen Aesten mit concaven Seitenflächen. Die Rindedes Stengels und die Blätter sind von zahlreichen, besonders nach reichlichem Regensaftstrotzenden Milchsaftgefässen durchzogen. Da das ganze Röhrennetz aus einerZelle ohne Querwände besteht, genügt ein Schnitt zur Entleerung eines grossen Theilsdes Milchsaftes.
Das Euphorbium bildet mattgelbe, unregelmässige, oft stalaktitenartige, durch-scheinende, leicht zerreibliche, geruchlose, scharf und brennend schmeckende Massen,welche oft Stacheln und Stengelfragmente einschliessen und beim Zerreiben und Pul-vern heftiges Niesen erregen. In Wasser ist es wenig, in Alkohol und Aether besserlöslich. Es besteht hauptsächlich aus Euphorbon, weissen, glänzenden, luftbestän-digen Krystallen, aus ätherlöslicliem Harz mit scharfem, brennendem Geschmack,welchem die reizenden Eigenschaften zukommen, aus ätherunlöslichem Harz,Gummi, Salzen u. s. w. Zur Gewinnung des Euphorbium schneiden die Sammlerdie Knoten der Stengel an und lösen später den erstarrten Saft ab.
Es dient heute als Zusatz zu reizenden Pflastern und Salben.
Cap. 87 (97). ITspi XaXßav/j?. Galbanum. Die Chalbane istder Saft eines in Syrien wachsenden Steckenkrautes, welches Einige auchMetopion nennen. Als bestes Galbanum gilt das, welches weihrauch-ähnlich, körnig, rein, fettig, holzfrei ist und etwas Samen und Stecken-kraut untermischt enthält, welches einen scharfen Geruch hat und wedersehr feucht noch aber auch sehr trocken ist. Sie verfälschen es durch Zu-satz von Harz, Bohnenmehl und Ammoniakuni. Es hat erwärmende, bren-nende, reizende und vertheilende Kraft. Im Zäpfchen und in der Räuche-rung angewandt befördert es die Menstruation und treibt den Fötus aus.Mit Essig und Natron aufgestrichen vertreibt es Leberflecken. Getrunkenwird es aber gegen alten Husten, Athemnoth, Asthma, innere Rupturen undKrämpfe. Mit Wein und Myrrhe genommen ist es ein Gegenmittel gegenGift; es wirft auch, in gleicher Weise genommen, den todten Fötus her-Berendes, Arzneimittellehre des Dioskurides. 21
III. Buch. Cap. 87 (97).