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Des Pedanias Dioscuvides Arzneimittellehre in 5 Büchern
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Die Arzneimittellehre des Dioskurides.

keit, dass die stengelumfassenden Blätter um ihre Achse gedreht sind, so dass nichtdie Blattspreiten, sondern die Ränder nach oben und unten gekehrt sind. Alle grünenTheile dieses Lattichs enthalten reichlich Milchsaft, welcher zur Trockne eingedicktnoch heute als Lactucarium eine wenn auch nur beschränkte Anwendung findet.Dasselbe wird von Lactuca virosa L. gesammelt, indem bei voller Entwickelung desBlüthenstandes die Blüthenrispe abgeschnitten wird, worauf ein etwas dünnflüssigerSaft herausquillt, welcher alsbald zäh und dicklich wird. Es bildet eine gelbbraune,zerreibliche Masse, welche in der Wärme erweicht und in Wasser oder Alkohol zumTheil löslich ist.

Auch aus Lactuca sativa wird ein Lactucarium gewonnen, seine Wirkungist viel schwächer, es heisst in Frankreich Thridax.

Cap. 166. Ilepi FiYTtStou. Gingidion. Das Gingidion, Einigenennen es Lepidion [die Römer Bisacutuni x ). die Aegypter Dorysastru, dieSyrer Adorio, die Afrikaner Trikta], wächst als kleine Pflanze in grosserMenge in Kilikien und Syrien und gleicht der wilden Möhre, ist aberzarter und stärker belaubt. Die kleine Wurzel ist weisslich, etwas bitter.Es wird roh und gekocht als Gemüse gebraucht, auch eingemacht ge-gessen. Es ist gut für den Magen, treibt den Harn und die Abkochungdavon ist der Blase zuträglich.

') Doppelt scharf.

Daucus Gingidium L. (Umbelliferae), eine in Griechenland und Italien wach-sende Pflanze. Sie hat einen borstlich-scharfen Stengel, lange Hüllblätter undborstenförmige, an der Spitze kopfig-widerhakige Stacheln, deren Länge der Breiteder Frucht gleichkommt. Nach gemachten Einschnitten soll (auf Sicilien) ein Gummi-harz austreten.

Cap. 167. II £ p i SxävSoxo?. Venuskamm. Skandix [bei denRömern Herba Scanaria, auch Acicula] , auch dieses ist eine wilde Ge-müsepflanze, etwas scharf und bitter, essbar. Gekocht und roh genossenist sie dem Bauche und Magen bekömmlich und treibt den Harn. DieAbkochung davon getrunken ist gut für die Blase, die Nieren unddie Leber.

Scandix pecten Veneris L. (Umbelliferae), Venuskamm, Kammdolde.

Cap. 168. IIspi KauzaXiSo?. Steinbrech. Kaukalis. Einigenennen sie Kaukos oder wilde Möhre [Andere Myitis, Demokrit Brion, dieRömer Pes gallinaceus x ), auch Pes pulli 2 ), die Aegypter Seselis]. Derkleine Stengel ist eine Spanne hoch oder auch höher, etwas rauh undhat dem Sellerie ähnliche Blätter, welche nach der Spitze zu wie beimFenchel fein geschlitzt und rauh sind. An der Spitze ist eine weisse,wohlriechende Dolde. Aber auch dieses wird sowohl roh, wie auch ge-kocht als Gemüse gegessen. Es ist harntreibend.

') Hahnenfuss. 2 ) Kükenfuss, von der Form der oberen Fiederblätter.