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Die Arzneimittellehre des Dioskurides.
alimentorum facult.) nennt es EoW/.6f], Aloexylon, Aloeholz (Meyer, Gesch. d. Bot. IIIS. 364) und zählt zehn verschiedene Sorten auf.
In der Beschreibung der Stammpflanze und der Droge weichen die älterenBotaniker nicht unwesentlich von einander ab. Garcia sagt fast übereinstimmendmit Anderen: Der Baum wächst nur in Indien, Arabien ist nur das Durchgangsland.Er hat die Grösse des Oelbaums, die Rinde ist dick und ohne Geruch, das Holzüberhaupt ist frisch geruchlos, der angenehme Duft entwickelt sich erst beimTrocknen und ist dem Marke (cordi) zu am stärksten. Die Eingeborenen reissen ent-weder die Rinde ab, ehe sie das Holz in den Handel bringen, oder sie graben dieStämme in die Erde, wo sich beim Verschwinden der Rinde der Wohlgeruch ent-wickelt. Sie nennen den Baum (nach Lud. Romanus, Navig. in Oriente) Calampat(vgl. Bauhin et Cherler lib. IV p. 477 sqq.). Rumph (De plantis exotic., um 1750)sagt, es gebe zwei Sorten Aloeholz, Kalambak und Garoe malaka; als Stamm-pflanzen werden Aloexylon Agallochum Lour. (Leguminosae-Caesalpin.) und Aquilariamalacensis Lam. (Thymelaeac.), ansehnliche Bäume Hinterindiens und der benachbartenInseln bezeichnet.
Neuerdings haben sich Hanbury (Science papers 1876 p. 263), Greslioff(Schetsen van Nuttige Indische Planten) und Prof. J. Möller (Lignum Aloes undLinaloeholz, Pharm. Post 1896, Separatabdr.) mit dem Agallochum beschäftigt. Han-bury kennt dasselbe nur als Product von Aquilaria Agalloclta Roxb. „Das Holz", sagter, ist in seinem gewöhnlichen Zustande von blasser Farbe, leicht und geruchlos undwird als Droge nicht geschätzt. Unter gewissen Bedingungen findet jedoch eine Um-änderung in einzelnen Theilen sowohl des Stammes als der Zweige statt, indem dasHolz von einer dunklen, harzigen, gewürzhaften Flüssigkeit erfüllt wird und einhöheres spec. Gewicht erlangt. ... Es sind dies Theile des Holzes, welche die frag-liche Droge bilden und die um so höher geschätzt werden, je schwerer und je reichersie an harziger Masse sind. . . . Beim Suchen nach ,Aggar', wie das geschätzteHolz genannt wird, entfernen die Sammler die Rinde und hauen in das Holz so tief,bis sie dunkelfarbige Adern bemerken, welche die Nähe des werthvollen Holzes an-zeigen. Dieses findet sich gewöhnlich in nur geringer Entfernung vom Centrum desStammes oder Zweiges. In einigen Districten herrscht die Gewohnheit, die Ge-winnung des harzigen Holzes zu erleichtern, indem man Theile des Holzes in diefeuchte Erde vergräbt oder den ganzen Baum, nachdem er niedergehauen, einigeZeit liegen lässt; die Wirkung davon ist, dass das nicht harzige Holz abstirbt unddann mit eisernen Werkzeugen entfernt werden kann."
In der Tamilsprache heisst das Aloeholz „Aghil", woraus die Portugiesen da-Wort „Aguila" bildeten. Von Lamarck wurde dieses weiter zum Genusnamen„Aquilaria" geformt, welcher zu der missverständlichen Uebersetzung „Adlerholz"führte. Die feinste Sorte kam wohl kaum in den Handel, sondern blieb an denHöfen der Fürsten; aber auch das gewöhnliche Aloeholz wurde sehr geschätzt. Nachder Taxe der Stadt Ulm vom Jahre 1596 kostete eine halbe Unze (15 g) 40 Kreuzer(vgl. Flüekiger, Pharmakogn. S. 217).
Eingehende und aufklärende Untersuchungen verdanken wir Möller. Er hateine ganze Reihe sogen. Aloehölzer untersucht und kommt zu folgendem Sehluss:Das ächte Aloeholz stammt von Aquilaria-Arten. Es scheint seltener nach Europagekommen zu sein, als ein anderes, dessen Abstammung nicht ermittelt werdenkonnte. Dieses stammt vielleicht von jener unbekannten Leguminose, welche vonLoureiro Aloexylon Agallochum genannt wurde, wahrscheinlicher von GonostylusMiquelianus, einer Thymelaeacee. Das Aquilariaholz ist leicht erkennbar an denintraxylären Phloemsträngen, da diese bisher bei keinem Holze gefunden wurden.