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Die Arzneimittellehre des Dioskurides.
bisweilen etwas spitz, das mittlere ein klein wenig grösser als die seitlichen. Diekurzgestielten kleinen Blüthen einzeln oder mehrere beisammen am Ende der Blatt-ästchen. Kelch glockig, Blumenblätter weiss, so lang wie die Staubfäden. Stein-frucht eiförmig, erbsengross, glatt und braun.
Der Balsam enthält nach Wigand zwei Harze und ätherisches Oel.
Cap. 19. Ilepi 'AajraXä&oo. Aspalathos. Der Aspalathos[Einige nennen ihn Erysiskeptron x ), Andere Sphagnon, Phasganon 2 ), dieSyrier Diaxylon 3 )] ist ein holziger Strauch mit vielen Dornen, welcher inIstros, Nisyros 4 ), sowie auch in Syrien und auf ßhodus wächst, und dendie Salbenbereiter zum Binden des Wohlgeruches gebrauchen. Gut istder, welcher schwer, nach dem Entrinden etwas röthlich oder purpur-farbig, dicht, wohlriechend und bitter von Geschmack ist. Es gibt davonaber auch eine zweite Sorte, weiss, holzig und geruchlos, die aber fürschlechter gilt. Er hat erwärmende und zugleich adstringirende Kraft,darum dient er mit Wein gekocht und damit gespült gegen Mundausschlag(Soor) 5 ) und als Einspülung gegen fressende und schmutzige Geschwürean den Schamtheilen; den Zäpfchen beigemischt zieht er den Fötus heraus.Die Abkochung davon hemmt den Durchfall und den Blutfluss, befreitauch von Harnverhaltung und Blähungen.
') Siehe Cypemgras Cap. 4. 2 ) tpäafavov, Dolch, Schwert, weil die Dornen soscharfe Verwundungen verursachen. 3 ) 8iä£t)Xov, eigentlich Querholz, Kreuzholz, wirdvon Marcellus, dem Interpreten des D. (1525) als mediolignum, das mittlere Holzbezeichnet. 4 ) Istros ist wie auch Nisyros (Nisari) eine zu den Kykladen gezählteInsel. 5 ) Aphthen.
D. spricht sich nicht darüber aus, ob er das Holz oder die Wurzel meint,während Plinius XII 110 sqq. sagt, dass der Aspalathus, ein weisslicher Dornstrauch,mit dem Cyperngrase in denselben Districten wachse, ein Baum mit rosenrotherBlüthe, dessen Wurzel zu Salben diene; nur die Sträucher, auf welche sich derRegenbogen herabkrümme, erhielten den angenehmen Duft, seine gute Beschaffenheitbestehe in der röthlichen Farbe, in der Dichtigkeit des Holzes und im Geruch nachBibergeil. An anderer Stelle (XXIV 112) verwechselt er ein Dorngewächs, dessensich die Walker bedienen (Dipsacus fullonum L.) mit Aspalathus.
Ueber die Identität dieser Pflanze sind nur Vermuthungen angestellt. Ammeisten weichen die arabischen Schriftsteller von D. ab, welche den Aspalathosals einen dornigen Baum beschreiben. Seit dem 15. Jahrh. hat man keine Kundemehr von dem wahren Aspalathos gehabt. Sowohl Matthiolus als auch JanusCornarius geben an, dass er schon längst in den Officinen fehle; als Substitutegalten das wohlriechende Aloeholz oder Santelholz. Joh. Po na beschreibt die Droge(Comment. simplicium in monte Baldo cresc.) folgendermassen: das Holz ist compactund schwer, die äussere Binde grauschwarz, etwas scharf und adstringirend; nachihrer Entfernung zeigt sich eine faserige Membran, welche sehr wirksam ist. Ziehtman diese ab, so erscheint das Holz aussen purpurfarben, nach innen blasserwerdend. Der innere Theil ist schwärzlich. Das ganze Holz ist adstringirend, hateinen sehr scharfen Geruch wie Bibergeil. Sprengel hält Cytisus laniger oderSpartium villosum Vahl (Papilionaceae) für den wohlriechenden Aspalathos und fürdie andere Sorte Spartium horridum Vahl oder Cytisus spinosus Lam. Fraas