I. Buch. Cap. 2.
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Iris germanica L., /. florentina L. (Iridaceae). Deutsche und FlorentinischeSchwertlilie. Sie wächst in Griechenland und Italien wild, dort lieisst sie heute*pivo£, hier Iride pavonazza oder Giaggiolo.
Cap. 2. rispi 'Axöpoo. Akoron. Das Akoron [Einige nennen es*-horos aphrodisias x ), die Römer Venerea 2 ), auch Radix nautica 3 ), die Gallier' J eperaciuin ')] hat Blätter denen der Schwertlilie ähnlich, aber schmaler,u nd ihr nicht unähnliche Wurzeln, die aber mit einander verflochten undnicht gerade gewachsen sind, sondern schief, zu Tage treten und durchAbsätze unterbrochen sind 5 ), weisslich, mit scharfem Geschmack und nichtunangenehmem Geruch. Den Vorzug verdient das dichte und weisse,nicht (von den Würmern) zerfressene und duftreiche. Ein solches ist das,welches in Kolchis 6 ) und Galatien Splenion 7 ) genannt wird. Die Wurzelhat erwärmende Kraft. Eine Abkochung davon getrunken treibt denHarn, ist auch ein gutes Mittel bei Lungen-, Brust- und Leberleiden, beiLeibschneiden, Zerreissungen 8 ) und Krämpfen. Sie erweicht die Milz,hilft den an Harnzwang Leidenden und den von giftigen Thieren Ge-bissenen, und eignet sich wie die Schwertlilie zu Sitzbädern bei Frauen-krankheiten. Der Saft der Wurzel vertreibt die Verdunkelungen auf derPupille 9 ); mit Vortheil wird aber auch die Wurzel den Gegengiften zu-gemischt.
r ) Reihe oder Reigen der Venuspflanze. 2 ) Venuspflanze. 3 ) Schiffswurzel, weilvielleicht zum Kalfatern der Schiffe, zum Abdichten der Fugen gebraucht wurde.) Apulejus will dafür Piper apium lesen, weil die Pflanze in den Bienenstock gelegt^as Abschwärmen der Bienen verhindere; Bauhin übersetzt Piper aqueum, Wasser-Pfefi'er. 6 ) Das Rhizom ist aus etwas flachen Trieben gegliedert. 6 ) Kolchis, Land-schaft an der Ostküste des Schwarzen Meeres, das heutige Gouvernement Kutais imrussischen Transkaukasien und Trapezunt umfassend, Galatien, etwa die heutigeBalkanhalbinsel. 7 ) Ein Mittel gegen Milz- ( gicXijv ) Leiden. 8 ) , innere
Rupturen. 9 ) tä entav.oto5vta x«t<; xopati;, ein dem D. eigentümlicher Ausdruck.Plinius (XXV 157) nennt die Wurzel von Oxymyrsine ( Ruscus aculeatus L., Mäuse-dorn oder Stechmyrte) auch Acoron, weshalb Einige, um Verwechselungen vorzu-bf'Ugen, dieses lieber wildes Acoron nennen wollten. Im Uebrigen beschreibt er diepflanze nach Gestalt und Wirkung wie D., sagt aber statt äpp.6£ov rcpbc, fr-fafiata,lu Ptis congruum „ructu facilis", leicht Aufstossen bewirkend — ob absichtlich oder*° e i oberflächlichem Hören des Vorlesers dazu geführt, wie es ihm öfter geschieht?
Betreffs der Identität des Akoron hat es an Controversen nicht gefehlt, be-sonders da D. in Cap. 17 noch eine Pflanze als Calamus aromaticus beschreibt.
Die Schriftsteller des 16. Jalirh. sind getheilter Meinung. Bauhin (Histor.plant, univers. auctor. J. Bauhino et Cherlero, 1651, lib. XIX p. 735) sagt: Bei den^'eisten gilt Calamus odoratus für das Akoron, wiewohl Garcia ab Horto (Deai 'omat. et simpl. medic. apud Indos nasc. hist., 1574) und A c o s t a (Hist. simpl.,1Uae ex Oriente transfer., 1520) bemerken, dass es der Calamus verus seu indicusnicht sei. Ebenso urtheilt Sylvius: der wahre Acorus ist nach dem Urtheile Vielernichts Anderes als die in allen Apotheken Europas als Calamus aromaticus bezeichneteWurzel. Clusius (Rarior. plant, hist., 1576): der Kalmus unserer Officinen ist nichts