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Des Pedanias Dioscuvides Arzneimittellehre in 5 Büchern
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Die Arzneimittellehre des Dioskurides.

I

Embryo heraus. Sie erweichen auch Drüsen und alte Verhärtungen, wennsie gekocht umgeschlagen werden. Ferner sind sie wohlthuend bei Kopf-schmerzen, wenn sie mit Essig und Rosensalbe aufgestrichen werden.Endlich werden sie auch den Zäpfchen 9 ), Pflastern 10 ) und Salben 11 ) zu-gemischt; überhaupt sind sie zu Vielem nützlich.

- 1 ) C. C. hat S-aXitiSf) (Thalpide), welches sich von fraXiteiv, erwärmen, ableitenlässt. 2 ) Statt marica, vielleicht corrumpirt aus amaricans, denn nach Theophrast(de odor. VII 32) ist die frische Wurzel sehr bitter und ruft auf den Händen Ge-schwüre hervor, liest Marcellus naronica wegen ihres häufigen Vorkommens amNaron, einem Fluss in Dalmatien (vgl. auch Plinius XXI 40). 3 ) Die Heiligerin, weilsie beim Darbringen der Sühnopfer gebraucht wurde, daher auch die Bezeichnungreinigende". 4 ) Feuer. 5 ) av&Yj litl yXiuv'uov jrapäXXfjXa wird von Ruellius undAnguillara mitabwechselnd an den Blüthenschäften" übersetzt, dies dürfte D. wohleher durch v.at' aXXfjXa ausgedrückt haben. 6 ) üicoxöXoßoi; könnte man auf die ab-gestutzte Wurzel beziehen, ich denke, dass eher die durch das Abfallen der Blätterund Wurzeln am Rhizom entstandenen Narben damit bezeichnet werden sollen,wohin auch das dem xöXoßo? vorgesetzte 6tcö zu weisen scheint. Wir hätten eswohl mit einem mehrjährigen Rhizom zu thun, bevor dessen eigenthümliche Ver-zweigung eintritt, von der D. nichts sagt. ') Der eingeklammerte Satz fehlt imC. N. 8 ) xoXXupiov, Brödchen, von der Form im frischen Zustande. Bei der Auf-bewahrung wurden sie trocken und pulverig, bei der Anwendung daher mit irgendeiner Flüssigkeit angefeuchtet. Ursprünglich waren sie Augenmittel (heute sind siedie Bezeichnung für dickflüssige Augensalben), vertraten aber häufig die Stelle vonSuppositorien und wurden bei Fisteln, zum Einbringen in den Uterus, Mastdarm u. s. w.gebraucht. 9 ) icsaao!, länglichrunde Zäpfchen aus Wolle, Seide oder Leinen, Wachsoder Harz od. dgl. mit den betreffenden Arzneimitteln gemischt, damit bestrichenoder darin eingetaucht. 10 ) jj.aXdtfiJ.aTa, eigentlich erweichende Umschläge. Aroma-tische Kräuter wurden gestossen und mit Fett, Wachs oder Harz zu einer pflaster-oder salbenartigen Masse verarbeitet. Auch kochte man schleimige Substanzen(Malven, Foenum graecum) und setzte Fett, Honig, Butter od. dgl. zu; s. auch Cap. 52.1 ') anoita (ä priv. und xokoq, schwach), stärkende Mittel in Salbenform. Sie bestandenursprünglich aus reinem Oel, später wurden alle möglichen Substanzen, Galbanum,Opoponax, Silphium, zugesetzt; in der Folge bekam das Wort überhaupt die Be-deutung für Salbe.

Von den älteren Schriftstellern ist es besonders Theophrast, welcher über dieIris viel berichtet, im Ganzen übereinstimmend mit D., dass sie von den Gewürz-pflanzen die einzige sei, welche in Europa, und zwar nur in wärmeren Gegenden wachse,und dass ihre Güte nach dem Standorte verschieden sei (hist. pl. IV 5, 2; IX 7, 3und 4; de caus. pl. VI 18, 12), dass sie in kälteren Gegenden keinen Geruch habeund dass dieser sich erst nach dem Trocknen entwickle; recht kräftig werde sie erstnach drei Jahren (de caus. pl. VI 11, 13; de odor. 34). Plinius unterscheidet dreiArten, von der illyrischen zwei Sorten, die Raphanitis, wegen der Aehnlichkeitmit dem Rettig, und den Rhizotomos (Wurzelgräber), der röthlich aussieht undder beste ist. Nur die Wurzel wird gebraucht und zwar zu medicinischen Zwecken.Kindern werden sie beim Zahnen und beim Husten umgehängt (XXI 140). Wennman sie graben will, giesst man drei Monate vorher Honigwasser um sie her, umdurch dieses Besänftigungsinittel die Erde gleichsam zu versöhnen, zieht mit demSchwerte einen dreifachen Kreis und hält die ausgestochene Wurzel zum Himmelempor (Theophrast lässt dieses bei der Xiris geschehen).