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Die Arzneimittellehre des Dioskurides,
Anderes als die Wurzel, auf die alle Kennzeichen des Acorum der Alten am schönstenpassen. In gleicher Weise spricht sich 0. Brunfelsius (Hist. stirp. tribus tom.absol., 1536) aus. A. Lonicerus (Herbar. germ. Plant., 1582) dagegen hält dasAkoron des D. für Iris lutea, ebenso Valerius Cordus im Dispensatorium; H. Tragus(der latinisirte Name für Hieronymus Bock) (Hist. herb, cum fig., 1552) undLobel (M. de l'Obel, Hist. plant, cum flg., 1576) sprechen es als Iris Pseudacorusan (vgl. Bauhin et Cherler, 1. c.). Den letzteren schliessen sich Sprengel undKosteletzky (Allgem. medic. Flora, 1831 — 1836) an, weil, sagt Sprengel, dasAkoron nach Serapion eine gelbe Blüthe hat und nach dem Zeugnisse des Apulejusnie an cultivirten Orten, in Gärten und auf Wiesen wächst, Acorus Calamus abernur wild vorkommt.
D. beschreibt das Akoron unverkennbar als Acorus Calamus L. (Araceae),Gewürzhafter Kalmus, wofür es auch von Flückiger und Fraas ge-halten wird.
Trotz seiner grossen Verbreitung kommt der Kalmus in Griechenland, wo ihnSibthorp in Lakonia noch fand, nicht mehr vor, auch ist, wie Fraas sagt, seinGebrauch dort unbekannt; D. gibt ja die Bezugsquellen auch an. In Norditalienwächst er an manchen Stellen im fliessenden und stehenden Wasser wild. Bei Danzigund Stettin wird er gebaut.
Als die Heimath des Kalmus wird Asien betrachtet, von wo er ans Rothe Meergelangte und durch Arabien nach Europa kam. Dass die Pflanze durch Menschen-hände verbreitet worden sein soll, ist kaum anzunehmen, da sie sich meist sehrentfernt von menschlichen Wohnungen ansiedelt. Deutscher Kalmus (Calamus no-stras) ist seit dem 17. Jahrh. bekannt, als solcher findet er sich in der Apothekertaxevon Halberstadt 1697.
Der wichtigste Bestandtheil des Rhizoms ist ätherisches Oel, auch enthältes das von Thoms daraus hergestellte bittere Acorin. Es ist ein geschätztesStomachicum und Tonicum.
Cap. 3. Ilepi Bärwurz. Das sogen, athamantische *)
Meon wächst sehr häufig in Makedonien und Spanien, an Stengel undBlättern dem Dill ähnlich, aber es ist dicker [kürzer] als der Dill. Eserreicht eine Grösse von etwa zwei Ellen, ist [auch oft] 2 ) unten besetzt mitzarten, querlaufenden und geraden, langen, wohlriechenden, auf der Zungebrennenden Wurzeln. Diese, mit Wasser gekocht oder auch ungekocht,fein zerrieben und genossen, lindern die Schmerzen bei Blasen- undNierenverstopfung und sind ein gutes Mittel gegen Harnverhaltung, gegenAufblähen des Magens und Leibschneiden, auch bei hysterischen Zuständenund Gelenkleiden. Fein gerieben mit Honig als Latwerge dienen sie gegenBrustrheumatismus, als Abkochung zum Sitzbade verwandt leiten sie dasBlut ab durch die Menstruation. Auf die Schamtheile der Kinder ge-legt, treiben sie den Harn. Wird es mehr, als nöthig ist, genommen,so verursacht es Kopfschmerz.
l ) Diese Bezeichnung leitet Plinius (XX 253) ab von Athamas, dem Sohnedes Aiolos, der es zuerst gefunden haben soll, oder von Athamas, einer Landschaftim südlichen Thessalien, wo das beste Meum vorkomme. 2 ) Nach Cod. C. und N.
Meum athamanticum Jacq. Atliamanta Meum L. (Umbelliferae). Mutter- oder