534 ROB. MAYER U. D. GESETZ V. D. ERHALTUNG DER KRAFT
mit mehr oder weniger Bestimmtheit von der ältesten Zeit an-gefangen bis in die neuere hinein von zahlreichen Denkernund Forschern gezogen worden, z. B. von Heraklit, Plato,Lukrez, Baco von Verulam, Leibniz, Lavoisier undLaplace, Rumford, Davy, Young, Ampere, Kant, Liebigu. s. w.; auf Definitionen wie die berüchtigte von Boscovich:»Wärme ist die Qärungsbewegung einer schwefligen Substanz"brauchen wir hierbei nicht erst zurückzugreifen! Nach Mayerwäre indessen die Folgerung, „das Wesen der Wärme ist Be-wegung", nicht weniger unrichtig als etwa die: „Das Wesender Fallkraft ist Bewegung"; im Gegenteile sei es eher anzu-nehmen, daß die Bewegung, um Wärme zu werden, auf-hören müsse, Bewegung zu sein.
Zwischen Fallkraft und Bewegung besteht bekanntlich einekonstante Beziehung, die Galilei durch Aufklärung der Ge-setze des freien Falles ermittelte, und die sich z. B. durch dieGröße des Fallraumes für eine gewisse Zeit, etwa für die ersteSekunde, ausdrücken läßt. In ganz analoger Weise muß aucheine Beziehung zwischen Wärme und Bewegung bestehen: umsie zahlenmäßig wiederzugeben, hätte man festzustellen, aufwelche Höhe irgend ein Gewicht erhoben werden muß, damites beim Herabfallen auf die Erde gerade ebensoviel Arbeitleiste, als zur Erhöhung der Temperatur eines gleichen Ge-wichtes Wasser um 1°C., also etwa von 0 auf 1°, nötig ist.Eine solche Gleichung muß, so führt Mayer aus, wenn seineAnschauungen zutreffend sind, in der Natur begründet sein.
Mayer war zwar nicht in der Lage, neue einschlägigeVersuche selbst anzustellen, es gelang ihm hingegen, auf Grundbereits bekannter experimenteller Daten, die gewünschten Be-ziehungen auf rechnerischem Wege zu ermitteln. Nehmen wiran, es befinde sich irgend ein Gas, z. B. Luft, in einem Zylinder,ähnlich dem Zylinder einer Dampfmaschine, von genau 1 qmim Querschnitt, und dieser Zylinder enthalte einen gut ge-dichteten, ohne Reibung beweglichen, und durch ein Gegen-