BACON VON VERULAM
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und brachte angeblich auch schon einige politische Gedankenzu Papier, die europäische Lage betreffend.
Der plötzliche Tod seines Vaters rief ihn 1579 nach Eng-land zurück, und da ihm nur ein kleines Erbteil zufiel, mußteer sich zu einem Brodberufe entschließen; er wählte die juristischeLaufbahn, und wandte zehn Jahre an die üblichen Vorstudien,sowie an die langsame Erreichung einer Stellung als Advokatund Richter. In diese Epoche dürfte auch der grundlegendePlan seines wissenschaftlichen Hauptwerkes fallen, den er 1586in einer, bis auf wenige Bruchstücke verlorenen Schrift nieder-legte, die den stolzen Titel führte: „Die größte Geburt der Zeit".Seiner ganz ungewöhnlichen Beredsamkeit hatte er vermutlichdie frühe Wahl in das Parlament zu verdanken (schon 1584), indem er bald eine geachtete Stellung einnahm, und Mitglied, jaauch Berichterstatter der Kommissionen für fast alle wichtigerenFragen wurde. Nur allzu gerne wäre er in den Staatsdienstübergetreten, und versuchte dieses zunächst durch die Königinzu erreichen, der er 1586 sein, von den übertriebenstenSchmeicheleien gegen die schon dreiundfünfzigjährige Herrscherinerfülltes „Lob der Wissenschaft" widmete, — jedoch ohne Er-folg; nicht besser erging es ihm bei seinem Oheime, demSchatzkanzler Lord Burleigh, der die ihm brieflich, unterHinweis auf politischen Ehrgeiz und Liebe zur Wissenschaftangetragenen Dienste des Neffen zurückwies (1591), wie dieEinen glauben, weil er in ihm einen gefährlichen Konkurrentenseines eigenen Sohnes sah, wie die Anderen behaupten, weiler ihn für einen unklaren Kopf und unsicheren Charakter hielt.Da nun alle diese Pläne mißglückten, und Bacon sich außer-dem 1593 durch eine Rede gegen die, wegen der spanisch-schottischen Kriegsgefahr verlangten Geldbewilligungen, dieUngnade der Krone zugezogen hatte, so versuchte er nunmehrandere Mittel. Seit' 1588 etwa war Graf Essex, ein Neffezweiten Grades der Königin, deren erklärter Günstling undLiebling geworden; Bacon machte ungefähr 1591 seine Be-