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BACON VON VERULAM
kanntschaft, gewann bald seine Neigung und Freundschaft, undvermochte Essex, sich zu wiederholten Malen persönlich fürihn bei Elisabeth zu verwenden. Aber selbst diese Ver-mittelung fruchtete nicht, Bacon wurde abgewiesen, und umihn in etwas zu entschädigen, schenkte ihm Essex, „in so edlerund feiner Art, daß deren Wert größer war als der des Ge-schenkes" (Worte Bacons!), ein Landgut; Bacon verkaufte esübrigens sogleich für 1800 Pfund, da er, infolge einer unglück-seligen, weit über seine Verhältnisse hinausgehenden Neigungzum Luxus, fortwährend von einer großen Schuldenlast be-drückt war.
Im Jahre 1597 ließ Bacon seine »Essays über Moral undPolitik" erscheinen, die noch heute zu den klassischen Werkender englischen Literatur gezählt werden, übrigens sichtlich unterdem Einflüsse Montaignes standen, dessen Namen jedochnicht in ihnen genannt ist. Die Essays erregten großes Auf-sehen, sie verbreiteten Bacons Ruhm auch im Auslande, undbrachten ihm eine Fülle von Lob und Anerkennung, leiderjedoch keinen materiellen Gewinn; eines solchen hätte er garsehr benötigt, denn Verschwendung, Prunksucht und Pracht-entfaltung hatten seine Vermögensverhältnisse derartig ver-schlechtert, daß ihn z. B. 1598 ein Goldschmied sogar aufoffener Straße wegen einer Schuld von 300 Pfund festnehmenließ, und er nur durch Eingreifen seines Vetters Cecil, Sohnesdes Lord Burleigh, der Schuldhaft entging. Mehr als je warunter derartigen Umständen sein Streben auf Versöhnung derHerrscherin und auf Erlangung eines einflußreichen, gut be-soldeten Staatsamtes gerichtet, — denn die Kronadvokatur, zuder man ihn inzwischen zugelassen hatte, war kein solches.
Um diese Zeit nun hatten sich die Ereignisse zugetragen,die alsbald Sturz und Untergang des allmächtigen Essex herbei-führten: seine mißlungene Expedition nach den azorischenInseln (1597), seine unglückliche Statthalterschaft in dem empörtenIrland (1599), — vor deren Annahme Bacon den Freund ge-