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[1] (1906)
Entstehung
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BACON VON VERULAM

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sie entstanden sind, und hinterlassen den späteren Betrachtendennur das Gefühl der Verwunderung, wie denn dergleichen über-haupt möglich gewesen sei.

Als die merkwürdigsten Belege für die zweite Art der ge-nannten Bestrebungen kann man den Kampf gegen Lessingund den gegen Shakespeare anführen. Lessing betreffendsei nur an das, noch in Aller Gedächtnis stehende traurige Endedes Professors Albrecht zu Hamburg erinnert, der die ver-gebliche Arbeit eines ganzen Lebens daran setzte, um unterAufwand einer beinahe fabelhaften Belesenheit und Gelehrsam-keit jenen großen Mann als einen literarischen Freibeuter undelenden Plagiator zu entlarven. Was Shakespeare anbelangt,so bemüht sich bekanntlich eine nicht geringe Zahl zum Teilwissenschaftlich wohl gebildeter Autoren seit Jahren mit demNachweise, daß er unmöglich der Verfasser der unter seinemNamen bekannten Werke gewesen sein könne, und eine kleineBibliothek würde bereits von den Büchern amerikanischen,englischen und deutschen Ursprunges erfüllt werden, die sichsämtlich mit der Darlegung und Begründung dieser Behauptungbeschäftigen, und zum übereinstimmenden Schlüsse gelangen,daß als wahrer Urheber der Dramen Shakespeares dessengroßer Zeitgenosse, der englische Lordkanzler Bacon vonVerulam, betrachtet werden müsse.

Auf die Einzelheiten dieser sogenannten Shakespeare-Bacon-Theorie einzugehen, liegt nicht im Plane des heutigenVortrages, um so mehr, als K. Fischer, Engel, Schipper,Brandl, u. A., deren Unhaltbarkeit in mehr als ausreichender,vielleicht nur zuweilen in persönlich allzu scharfer Art, ausein-andergesetzt haben. Die Anhänger genannter Theorie ver-mochten eben bisher weder die positiven, für die AutorschaftShakespeares zeugenden Tatsachen im geringsten zu wider-legen, noch waren sie imstande, auf Inhalt oder Form derWerke, auf philologische'oder stilistische Forschung, auf poetischeund künstlerische, historische oder psychologische Wahrschein-