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[1] (1906)
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344
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344 GESCHICHTE DER KONSERVEN U. DES FLEISCHEXTRAKTES

Leibniz sagt nicht, daß er die betreffenden Zubereitungs-arten selbst erfunden habe, sondern nur, daß er sie kenne, undes ist daher zu vermuten, daß sie ihm von anderer Seite hermitgeteilt wurden. In erster Linie kommt hierbei wohl seinberühmter Zeitgenosse Papin (1647 bis 1712) in Betracht, derErfinder des Papin'schen Topfes und des für diesen Topferdachten Sicherheitsventiles, das noch heute an allen Gefäßenund Kesseln angebracht wird, deren Inhalt unter höherem alsatmosphärischem Drucke steht; aus Papin's Schriften gehthervor, daß er seinen Topf zur Bereitung von KonservendurchAuskochen und nachherigen luftdichten Verschluß" anwandte,daß er auch aus Fleisch und sogar (natürlich fruchtlos!) ausKnochen die Quintessenz auszuziehen suchte, und überdies auchnoch mit der Nützlichkeit des Schwefeins zur Haltbarmachungder Konserven wohlbekannt war, sich also einer Kombinationvon Mitteln bediente, die selbst 1856 noch Gegenstand einesPatentgesuches 1 von Robert bildete! Da nun Papin in fort-dauernder eifriger Korrespondenz mit Leibniz stand, der sichfür alle Fortschritte auf jedem, für ihn scheinbar noch so weitabliegenden Gebiete menschlichen Wissens außerordentlichinteressierte, so ist es sehr wahrscheinlich, daß dieser dasRezept zu jenenKraft-Compositiones", mindestens aber denAnreiz, einem solchen nachzuspüren, von Papin empfing. WieGerland 2 aus dem von ihm herausgegebenenBriefwechselvon Leibniz und Hugyens mit Papin" 3 nachwies, teiltetatsächlich Papin um 1680 an Leibniz mit, daß er zur Halt-barmachung von Konserven neue Mittel gefunden habe, u. a.die Behandlung mit schwefliger Säure und das Einschließenin luftleer gepumpte Glasgefäße, deren Deckel mittelst Terpentin-kitt oder Sirup gedichtet werde, und ferner, daß er durchBereitung eines Gelees (das er für höchst nahrhaft hielt) die

1Dingler's Polytechn. Journal" 1875, Bd. 143, S. 377.

2Chemiker-Zeitung" 1899, S. 564.

8 Berlin 1881.