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338 ZUR GESCHICHTE DES MAIS
Da nun die ursprüngliche, auch in den oben genanntenLändern noch heute ganz allgemein übliche Art den Mais zugenießen die ist, daß man die Kolben über offenem Feuerbraun röstet oder dörrt, und die Körner dann unmittelbar mitden Zähnen ausbeißt und verzehrt, so vermute ich, daß „Cu-curruz" nichts anderes bedeutet als „braun geröstet", „ange-brannt" oder dergl., und daß diese Bezeichnung der Bereitungs-art als unverstandenes Fremdwort schließlich auf die Pflanzeselbst überging. Die Richtigkeit dieser Vermutung sprächenatürlich zugleich auch für die der angeführten direkten Ver-breitung des Mais aus den Ländern der iberischen Halbinselnach dem Süden und Osten Europas.
Noch sei erwähnt, daß man den spärlichen Berichten, dieüber die Entdeckung nordamerikanischer Küsten um das Jahr 1000durch isländische Seefahrer vorliegen, Hinweise auf das Vor-kommen von Mais hat entnehmen wollen; daß diese hinfälligsind, gibt schon Humboldt an. 1
1 „Kritische Untersuchungen . . Berlin 1852, I, S. 357. — Bei dieserGelegenheit sei darauf hingewiesen, daß die Herausgabe von A. v. Hum-boldt's eigentlich wissenschaftlichen Werken in einfacher, dem Preise nacherschwinglicher, aber sonst des großen Mannes in jeder Hinsicht würdigerGestalt eine Ehrenpflicht des deutschen Volkes wäre. Selbst große Uni-versitäts-Bibliotheken besitzen viele seiner wichtigsten Schriften nicht (z. B.die grundlegende Abhandlung über Pflanzengeographie), und andere wiedersind nur im ursprünglichen Groß-Folio-Format vorhanden, das ihre Benützungschwer und ihre Versendung unmöglich macht.