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[1] (1906)
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332
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332 ZUR GESCHICHTE DES DIABETISCHEN ZUCKERS

Die Erkenntnis, daß diabetischer Zucker nicht »gewöhn-licher Zucker" sei, sondern Olykose, konnte erst reifen, nach-dem man seit Beginn des 19. Jahrhundertes mit der Naturletzterer Zuckerart näher vertraut geworden war; auf die Arbeitenvon Thenard (1806) und Chevreul (1815) gestützt, erwiesen1838 Bouchardat und Peligot die Identität des Harn- unddes Traubenzuckers 1 , und brachten so die Frage, »welches derwesentliche und süßschmeckende Bestandteil des diabetischenUrines sei", nach jahrhundertelangen Bemühungen zahlreicherÄrzte und Chemiker zum endgültigen Abschlüsse.

Zusatz. 2

Durch die Freundlichkeit Dr. P. Diergarts wurde mir einedem Genannten seitens eines Medico-Historikers gemachte An-gabe übermittelt, die Existenz einer »Geschichte der Glykosurievon Hippokrates bis zum Anfange des 19. Jahrhundertes"betreffend, deren Verfasser Dr. Max Salomon, jetzt Kgl. Sanitäts-rat in Berlin, ist; das Vorhandensein dieser Schrift war mirleider unbekannt geblieben, denn ich habe sie nirgends zitiertgefunden, niemals nennen gehört, und war auch von Spezia-listen, die mich bei der Herausgabe meiner Werke, »Geschichtedes Zuckers" und »Chemie der Zuckerarten", durch wertvolleBeihilfe unterstützten, nicht auf sie hingewiesen worden. AufDr. Diergarts Mitteilung hin habe ich mir inzwischen dasBuch verschafft, was einige Schwierigkeiten bot, da es nur alsSeparatabdruck aus dem »Deutschen Archiv für klinischeMedizin" vom Jahre 1871 erschien; dem Umfange von 103 Seitenentsprechend, enthält es, in viel weiterem Umfange und mitviel größerer Ausführlichkeit als mein kurzer Aufsatz, das meistedes auch von mir allmählich aus verschiedenen Schriften und

1 Siehe meineChemie der Zuckerarten" (1904, Bd. I, S. 224).

2Chemiker-Zeitung" 1906, S. 55.