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[1] (1906)
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316 DAS so JÄHR. JUBILÄUM DES POLARISATIONSAPPARATES

drehenden Zucker der Fruchtsäfte (z. B. Trauben), und mit jenerZuckerart, die bei der Einwirkung von Säuren auf den Rohr-zucker entstehe, und wurde so veranlaßt, auch diese, den so-genannten Invertzucker, näher zu untersuchen.

Mitscherlich fand hierbei (1841 bis 1843), daß bereits sehrgeringe Mengen starker Säuren, z.B.0,001 Prozent Schwefel-säure, Oxalsäure oder Weinsäure, genügen, um allmählich schonbei gewöhnlicher, und rasch bei höherer Temperatur, auch kon-zentrierte Zuckerlösungen zu invertieren, während schwächereSäuren, wie die des Rübensaftes, oder wie die Essigsäure, über-haupt erst bei höherer Temperatur und besonders bei Siede-hitze einwirken. Aus dem entstehenden Sirupe läßt sichTraubenzucker in kristallisierter Form gewinnen, und dies giltauch für den natürlich vorkommendenFruchtzucker" (d. i. In-vertzucker). Erwärmt man reinsten Invertzucker sehr allmählichund vorsichtig im Wasserbade, bis er kein Wasser mehr ab-gibt, so erhält man eine feste trockene Masse der Zusammen-setzung C i; H 12 0 ,i, die an feuchter Luft, oder auf Zusatz vonetwas Wasser, teilweise wieder Kristalle abscheidet, die sich alsdas Hydrat des Traubenzuckers, C« H 12 O^ + H^O oder C s li 14 0 7 ,erweisen; hieraus glaubte Mitscherlich schließen zu müssen,daß die Kraft, vermöge derer der Traubenzucker Kristallformannimmt, auch erst seine Bildung aus dem sirupösenFrucht-zucker" bewirke, und daß diese Umsetzung vermutlich auchnoch auf andere Weise möglich sei.

Viele Mühe verwandte Mitscherlich auf die Untersuchungdes geschmolzenen Rohrzuckers, den Peligot und Mulderfür identisch mit Invertzucker erklärt hatten, und dessen Naturnoch heute keineswegs als endgültig aufgehellt bezeichnetwerden kann. Erhitzt man Rohrzucker auf 160°, so tritt nachMitscherlich stets schon Zersetzung und Färbung ein, undman erhält kein einheitliches Produkt. Wird hingegen voll-kommen trockener Zucker auf das vorsichtigste geschmolzen,so entsteht schon unterhalb 160° reinerarmorpher Zucker",