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[1] (1906)
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298
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298 EINIGE WORTE ZUM ANDENKEN ACHARD'S

mit einem besonderen Scharfsinn im Erfinden, und einemPriestley'schen Talent im Ersinnen von Experimenten", sonennt ihn A. v. Humboldt 1, glaubte auch eine Steigerungder geistigen Kräfte unter dem Einflüsse der Elektrizität wahr-genommen zu haben, und berichtete hierüber an Friedrichden Großen; dieser dankte in einem anerkennenden, aberetwas skeptischen Briefe, und schloß ihn eigenhändig mit einerseiner klassischen Nachschriften, die in Übersetzung ungefährlautet:Wenn Er durch Elektrizität den Schwachköpfen inmeinen preußischen Staaten Verstand verschaffen kann, so istEr mehr wert, als sein Gewicht in Gold." 2

Man darf indessen aus diesem Ausspruche nicht etwaschließen, Friedrich der Große habe Achard nicht ernstgenommen; vielmehr kannte und schätzte er seine guten Seitenin hohem Maße, ließ sich von ihm über praktisch und auchüber theoretisch wichtige chemische Fragen Bericht erstatten, 3und belohnte seine Bestrebungen zur Verbesserung der, demKönig sehr am Herzen liegenden inländischen Tabakskulturmit einer lebenslänglichen Pension von 500 Talern, obgleichdie Hoffnung, den märkischen Tabak dem damals hoch-geschätztenKanaster" gleichwertig zu machen, nicht in Er-füllung ging. 4 Über die Tätigkeit Achards zu jener Zeitberichtet Thiebault in seinen Memoiren: 5Er war der arbeit-samste Mensch, den ich in meinem ganzen Leben kennengelernt habe; ich habe es erlebt, daß er neunmal vierund-zwanzig Stunden hintereinander in seinem Laboratorium zu-

1 Humboldt,Versuche über die gereizte Muskel- und Nervenfaser",(Berlin 1797; Bd. I, S. 73 und 332 ff.).

2 «Oeuvres de Frederic le Grand", Bd. XXV, S. 301; siehe dasunten angeführte Buch von Bittmann, S. 48 und 82.

3 Siehe den Brief vom Januar 1780 an d'Alembert, inAusgewählteBriefe Fr. d. Gr.", ed. Kannegießer, Leipzig 1897; S. 273.

4 Siehe Goltz,Geschichte der Deutschen Landwirtschaft", Stutt-gart 1902, Bd. I, S. 460; ferner Stadelmann,Preußens Könige in ihrerTätigkeit für die Landeskultur", Leipzig 1887.

5 ed. Conrad, Stuttgart 1901; Bd. II, S. 229.