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[1] (1906)
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297
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EINIGE WORTE ZUM ANDENKEN ACHARD'S 297

Wenige vorbringe, was ich dort über Achard zu sagen ge-dachte; das Wenige, denn nur um vereinzelte, auf AchardsWirken fallende Streiflichter handelt es sich, nicht etwa um dieausführliche, bisher leider noch fehlende Darlegung seinerganzen Lebensbahn.

Was letztere anbelangt, so darf ich wohl als mehr oderweniger bekannt voraussetzen, daß Achard, der SchülerMarggrafs und sein Nachfolger als Direktor der Akademieder Wissenschaften, schon unter der Regierung Friedrichdes Großen eine höchst ausgebreitete Tätigkeit entfaltete,die verschiedensten Zweige der Chemie, Physik und Meteoro-logie, der Agrikultur, sowie der chemischen und landwirt-schaftlichen Technologie umfassend. Entgegen Marggraf,dem Manne der reinen Wissenschaft, blieb er hierbei stetssolchen Zielen zugewandt, die ihm für die Praxis bedeutsamund wertvoll erschienen, und wenn in späterer Zeit seineFeinde und Neider ihm gar manchen Stein in den Weg werfen,und ihn als Phantasten und Projektenmacher zu verdächtigensuchen konnten, so lag das nicht zum wenigsten daran, daßsich so manche seiner mit Enthusiasmus angekündigten Er-findungen nicht, oder doch nicht gemäß Erwartung verwirk-lichen ließen, z. B. das Pulver ohne Salpeter, die durch Luft-druck abzuschießenden Kanonen, die Luftbälle und optischenTelegraphen, die Darstellung künstlicher Edelsteine auf nassemWege und durch Schmelzfluß, die bessere Verbrennung derKohlen mittels Sauerstoffzufuhr, die Verwertung der Elektrizitätzu technischen und medizinischen Zwecken. In letzterer Hin-sicht sei als Beispiel angeführt, daß Achard der Erste war,der Mund und After mittels Stäbchen aus Silber und Zinkdurch einen galvanischen Strom zu verbinden, und hierdurcheine erhöhte Tätigkeit des Magens und Darmes hervorzurufenunternahm; 1der genievolle, oft verkannte Physiker, begabt

'Trommsdorf, »Systematisches Handbuch der gesamten Chemie")Erfurt 1803; Bd. V, S. 11.