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[1] (1906)
Entstehung
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286
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286 EIN ANGEWANDTER" CHEMIKER DES 18. JAHRHUNDERTS

säure auf Kreide oder Marmor und beim Versetzen irgendeines löslichen Kalksalzes mit Kalium- oder Natriumsulfat,Eisen-, Kupfer- und Zinkvitriol, oder Alaun, wodurch sich dieGegenwart des Kalkes stets leicht und mit Sicherheit feststellenläßt. Durch Behandlung von Calciumnitrat bez. Chlorcalciummit den Alkalisulfaten entsteht, neben dem Gips, Kali- undNatronsalpeter bez. Chlorkalium und Chlornatrium; es ist keinZweifel, daß Reaktionen solcher und ähnlicher Art, unter Mit-wirkung des Wassers als Lösungsmittel, auch im Erdinnernvor sich gehen, und für die Entstehung der mineralischenWässer, sowie für die Bildung und Abscheidung zahl-reicher Mineralien von außerordentlicher Wichtigkeit sind,um so mehr, als hierbei noch die Dauer der Einwirkung inBetracht kommt, »als welche Länge der Zeit öfters mehr wiedie Kunst auszurichten imstande ist".

Die Untersuchung des in der Natur vorkommendenWassers auf chemischem Wege erklärt Marggraf für höchstwünschenswert, da die (schon im Altertum bekannte?) soge-nannte Wasserwage über die Menge der gelösten Bestandteilenichts sicheres und über deren Natur gar nichts aussagt, wäh-rend doch die Kenntnis dieser Umstände für die Gesundheits-pflege, für die Prüfung des Trinkwassers, die Beurteilung desBrauereiwassers u. s. f. kaum entbehrlich ist. Man kann indieser Hinsicht nur einen Weg als brauchbar betrachten, näm-lich die Eindampfung größerer, sorgfältig gezogener Wasser-proben und die Abwägung und Analyse des Rückstandes. Aufdiese Weise prüfte Marggraf sieben Berliner Wässer sowiedie Mineralquellen von Stecknitz und Radisfurth in Böhmen,und faßte die quantitativen und qualitativen Ergebnisse insystematische Tabellen zusammen; die vorgefundenen Stoffesind Kalk und Gips, Salpeter, Kochsalz, Soda und Glaubersalz,Chlormagnesium und Magnesiumsulfat, Alaun und Tonerde,Eisen, organische Substanz, undflüchtiger Geist" (d. i. Kohlen-säure). Besonders bemerkenswert ist noch die Analyse des