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[1] (1906)
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280
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Salzsäuregas, das er aus konzentrierter rauchender Salzsäureauszutreiben vermochte.

Eine höchst mühevolle, jedoch auch ungewöhnlich ergebnis-reiche Reihe von Untersuchungen widmete Marggraf dem Nach-weise der Verschiedenheit des mineralischen und vege-tabilischen Alkalis, d. i. des Kalis und des Natrons, dietrotz einiger schon bei älteren Autoren gegebener Andeutungenund trotz der Arbeiten von Stahl und Du Hamel (1736) immernoch angezweifelt wurde; die einen erklärten beiderlei Alkalienfür identisch, die anderen räumten zwar einen Unterschied ein,betrachteten aber das Alkali des Kochsalzes als eine dem Kalkanaloge Erde. Marggraf zeigte zunächst die bestimmte Ver-schiedenheit des Kalis und Natrons durch folgende grund-legende Versuche: 1. Reines kristallisiertes Chlorkalium (ausWeinstein und Salzsäure erhalten) ergibt, mit der genau er-forderlichen (d. h. äquivalenten) Menge starker Salpetersäurebehandelt, den bekannten, in Spießen kristallisierenden Kali-salpeter, der die Feuerflamme in charakteristischerWeiseblau violett färbt; reines kristallisiertes Kochsalz, ebenso be-handelt, liefert hingegen würfelförmig kristallisierten Natron-salpeter, der die Flamme gelb färbt, und mit Schwefel undKohle ein mit gelbem Blitze verpuffendes Schießpulver bildet.

2. Mittels Silbernitrat erhält man aus Chlorkalium, neben Chlor-silber, das identisch mit dem natürlich vorkommenden Horn-silber ist, Kalisalpeter, aus Chlornatrium aber Natronsalpeter.

3. Chlorkalium, durch Schwefelsäure zersetzt, liefert ein inWasser wenig lösliches, daher leicht kristallisierendes Salz (dasKaliumsulfat), Chlornatrium aber ein viel leichter lösliches,schwerer kristallisierendes, das in jeder Hinsicht mit dem be-kannten Glaubersalz übereinstimmt; löst man Oips in Sal-petersäure und fällt die Lösung mit dem so bereiteten Glauber-salze gerade aus, so wird der Gips zurückgebildet und beimEindampfen des Filtrates kristallisiert Natronsalpeter, den manmittels rauchender Salzsäure zum Teil wieder in Chlornatrium

280 EINANGEWANDTER" CHEMIKER DES 18. JAHRHUNDERTS