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[1] (1906)
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278
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278 EINANGEWANDTER'' CHEMIKER DES 18. JAHRHUNDERTS

Scheele 1769 den Phosphorsäuregehalt der Knochen ent-deckte; sie beruhte auf der Reduktion der durch Eindicken ge-faulten Harnes ausgeschiedenen Salze mittels Chlorblei, Sand,und Kohle oder Kienruß bei Glühhitze, und ergab schonbinnen vier Stundenden schönsten Phosphor", der nach ein-maliger Umdestillation »rein weiß, klar wie Eis" war, und sichdurch Schmelzen unter warmem Wasser und Eingießen inGlasröhren mit Leichtigkeit in die noch heute typische Stangen-form bringen ließ. Durch Verbrennung des Phosphors erhieltMarggraf, unter Gewichtszunahme (wie er ausdrücklich an-gibt), den jetzt Phosphorsäureanhydrid genannten Körper,als eine weiße, federähnliche, sublimierbare, sehr hygroskopischeMasse, die sich in Wasser unter Zischen löst, an der Luftstehend rasch Feuchtigkeit anzieht und zu einem sauren Ölezerfließt, in beiden Fällen aber in eine neue Säure, die Phosphor-säure, übergeht, die man außerdem auch durch Behandlungvon Phosphor mit Salpetersäure darstellen kann. Die Phosphor-säure ist eine starke, feuerbeständige Säure und treibt daherbeim Glühen selbst die so kräftige Schwefelsäure aus vielenihrer Verbindungen aus; glüht man sie aber in wasserfreiemZustande mit Kohle, so läßt sie ihren Phosphor wieder fahren.Sie greift zahlreiche Metalle an und gibt mit den Alkalien undAmmoniak weiße, schön kristallisierte Salze; es läßt sich nach-weisen, daß eben diese Salze den zur Darstellung des Phosphorsallein dienlichen Harnrückstand bilden, aus dem man sie durchwiederholtes Kristallisieren, Abpressen zwischen Fließpapier undUmkristallisieren, in Gestalt rein weißer, geruchloser Kristalleabzuscheiden vermag. Beim Erhitzen dieser Salze entweichtzum Teil Ammoniak und es entsteht eine klare, durchsichtigemGlase gleichende Schmelze, die beim Zusatz vonMetallkalken"mannigfaltige, für die verschiedenen Metalle sehr charakteristischeFärbungen annimmt; mag man aber die Hitze steigern, sohoch man will, so ist doch aus dieser Schmelze allein niemalsPhosphor erhältlich, vielmehr entsteht dieser nur, wenn man