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[1] (1906)
Entstehung
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277
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EINANGEWANDTER" CHEMIKER DES 18. JAHRHUNDERTS 277

heit blieb Marggraf in stets gleicher Weise ununterbrochenund rastlos tätig, bis ihn 1774 ein Schlaganfall lähmte undeine lange Krankheit einleitete, der er am 7. August 1782 erlag.

Die Abhandlungen Marggrafs wurden zumeist lateinischoder französisch in den Berichten der Gesellschaft der Wissen-schaften und später in jenen der Akademie veröffentlicht; nurschwierig ließ er sich von seinen Freunden bereden, einedeutsche Gesamtausgabe zu veranstalten, die nach langem Be-denken und Zögern schließlich unter dem TitelChymischeSchriften" erschien, der erste Band 1761 von Lehmann, derzweite 1767 von De Beausobre herausgegeben. Die Sprachedieser Schriften ist einfach und sachlich, aber noch ganz erfülltvon mittelalterlichen Bezeichnungen und Kunstausdrücken, unddaher oft nicht leicht zu lesen und zu verstehen; aus der SchuleStahls, des Vaters des Phlogistons, hervorgegangen, bliebMarggraf auch sein Leben lang ein treuer Anhänger derphlogistischen Theorie, die übrigens in vielen Beziehungenden heutigen Ansichten näher steht, als man zumeist glaubt,und obwohl er deren Mängel keineswegs ganz verkannte, soschien sie ihm doch zur Erklärung aller wesentlichen Tatsachenausreichend. Die Arbeiten Marggrafs erstrecken sich überdie verschiedensten Gebiete der anorganischen, organischenund analytischen Chemie; die nachfolgende, aus den Quellengeschöpfte Darstellung möge eine kurze Übersicht der wich-tigsten gewähren.

Der Phosphor, den 1669 Brand und 1676 bis 1678Kunkel auf der Suche nach dem Stein der Weisen entdeckt,bezw. aus eingedampftem Harne zu gewinnen gelehrt hatten,war zu Anfang des 18. Jahrhundertes noch ein äußerst seltener,vom Reize magischen Geheimnisses umgebener Körper, dermit Gold mehr als bloß aufgewogen wurde. Gestützt aufeinige unklare Andeutungen und Vorversuche Neumanns(1725) und Henckels (1734), fand Marggraf eine einfacheund ergiebige Darstellungsweise auf, die maßgebend blieb, bis