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A. S. MARGGRAF,EIN „ANGEWANDTER" CHEMIKERDES 18. JAHRHUNDERTS 1
ist wohl kein Jahrhundert an chymischen Schrift-stellern reicher gewesen als gegenwärtiges, und esgehet der Chymie wie der Arzneykunst: „fingunt seChymicos omnes". Der Staatsmann, der Finanzier,der Barbier und Feldscheer,' der Bierbrauer und Branntwein-brenner, der Färber, der Gerber, die alte Frau, der Kohlen-träger und Holzhacker, ja auch der Projektmacher (o! welcherkläglicher Name), sind kühn genug, sich unter die Chymistenzu rechnen.
Mit diesen beweglichen Worten leitet Dr. J. G. Lehmanndie von ihm 1761 besorgte Herausgabe der „Schriften" jenes„Chymicus" ein, dessen Andenken einen kleinen Teil ihrer,leider so knapp bemessenen Zeit zu widmen, unsere Versamm-lung soeben im Begriffe steht. Der Verfasser genannter„Schriften", die nach Lehmanns Versicherung „wirklich reelleSachen enthalten und daher allezeit ihren Wert bewahrenwerden, während sich so viele andere in kurzer Frist zu Maku-latur verwandeln", ist Andreas Siegmund Marggraf, dessenNamen der großen Menge der Gebildeten, ja selbst der Che-miker von Fach, bestenfalls als der des Entdeckers des Zuckers
1 Vortrag auf der Hauptversammlung des «Vereines Deutscher Chemiker"1896 (s. /.Zeitschrift für angewandte Chemie", 1896, S. 380).
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