274 KURZER ABRISS DER GESCHICHTE DES ZUCKERS
so z. B. kostete in Paris ein Zentner (50 Kilo) feinster Raffinadein kleinen Broten
im Jahre 1372 Frcs. 2845.—
„ „ 1426 „ 1441.—
» „ 1482 „ 1375.—
„ „ 1542 „ 340.—
„ „ 1598 „ 534.—
In Deutschland bewegten sich die Preise innerhalb ähn-licher Grenzen und waren den Schwankungen durch Kriege,Handelsstörungen u. s. w. noch in weit höherem Grade aus-gesetzt als in solchen Ländern, die selbst unmittelbare Ver-bindungen mit den Erzeugungsorten des Zuckers besaßen.Über die Preise des Zuckers an diesen letzteren selbst sind wirnur wenig unterrichtet, sicher ist es aber, daß sie um das Viel-fache niedriger waren als die in den Verbrauchsländern, umso mehr, als von Zucker, bis in die Neuzeit hinein, in vielenStaaten hohe Abgaben, Einfuhr- und Ausfuhrzölle erhobenwurden, und die Kosten der Verschiffung in früheren Zeitenganz außerordentliche waren. Noch 1550 z. B. kostete die Ver-schickung einer 250 Kilo schweren Kiste gewöhnlichen Zuckersvon Antwerpen nach London 8 Mk., und die Seefracht vonVenedig nach Antwerpen betrug für einen Zentner (50 Kilo)beinahe 19 Mk.! Selbst 1621 waren daher unter solchen Um-ständen z. B. die Preise für ostindische Waren in England nochacht- bis zehnmal höher als an ihrem Ursprungsorte! In wiemächtiger Weise sich seither Handel und Wandel gehobenhaben, und wie, durch Verbesserung und Verbilligung sämt-licher Hilfsmittel, gegenwärtig die Erzeugnisse aller Länder,gewöhnliche wie kostbare, jedem, der sie gebraucht, fast fürden nämlichen Preis, zu dem ferne Gegenden sie hervorbringen,auch daheim zugänglich sind, — das bedarf keiner weiterenErörterung und keines langen Überlegens; es zeigt sich insolchen unermeßlichen Fortschritten so recht der segenbringendeErfolg unablässig fortgesetzter menschlicher Arbeit.