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[1] (1906)
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KURZER ABRISS DER GESCHICHTE DES ZUCKERS

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reich verbreitete. Der Tee, der in Ostasien wild wächst undin China seit den ältesten Zeiten bekannt war, wird in Europazwar schon 1559 zuerst genannt, ein eigentlicher Teehandelbegann aber erst seit 1630 in Holland und später in England;noch 1660 kostete in London ein Kilo Tee etwa 120 Mark.Der Kaffeebaum, dessen Heimat Afrika ist, wird zuerst vonarabischen Schriftstellern im 9. Jahrhunderte erwähnt, soll abererst 1258 nach Arabien selbst gelangt sein; der schon langeZeit vorher daselbst bekannte Genuß des Kaffees breitete sichim 14. Jahrhunderte sehr rasch aus, und gelangte über Ägyptennach Konstantinopel, Venedig, und dem übrigen Europa, indessen Städten seit 1645 allerorten zahlreiche Kaffeehäuser er-öffnet wurden. Der Verbrauch an den genannten drei Genuß-mitteln nahm in der Folgezeit fortdauernd und sehr rasch zu,so daß gegen das Jahr 1800 Europa jährlich etwa 115000metrische Zentner an Kakao, 160000 an Tee, 700000 an Kaffee,und dazu 2 bis 2 1 / g Millionen metrische Zentner an Zuckereinführte, im Gesamtwerte von weit über 500 Millionen Mark.

Der größte Teil dieses Zuckers wurde in Europa selbstder Raffination unterworfen, über deren beste Ausführung zuerstder berühmte französische Gelehrte Duhamel du Monceau1764 ein ausführliches Werk herausgab. Man arbeitete damalsin sogenanntenRunden", indem aus einer bestimmten MengeRohzucker hintereinander alle Erzeugnisse (Raffinade, Melis, ver-schiedene Farine, und Sirup) dargestellt wurden, worauf mandie ganze Fabrik reinigte, und erst dann wieder einen neuenPosten Rohzucker in Arbeit nahm. Eine solche Runde dauerteacht bis neun Monate und erforderte sehr viel Handarbeit undeine Unmenge Brennstoff, wodurch die Arbeit natürlich sehrverteuert wurde; eine Raffinerie, die jährlich 3000 metrischeZentner Raffinade ablieferte, galt schon für sehr bedeutend,um so mehr, als man selten mehr wie 40 Prozent Raffinade,selbst aus gutem Rohzucker, zu erzielen verstand. Bedeutendewirkliche Verbesserungen des seit alters her üblichen Raffi-

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