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ZWEI UNGEDRUCKTE BRIEFE LIEBIG'S
sie in den Gruben mit Pulver gesprengt haben, scheint mirunzweifelhaft.
Wenn ich nach Nürnberg komme, so werde ich mirsicherlich das Vergnügen machen mit Ihnen ein paar Stundenzu verplaudern.
Mit aufrichtigster Hochachtung Ihr treuer
J. v. Liebig.
An Freiherrn Ernst v. Bibra, Nürnberg.
Dieses Schreiben, dem letzten Lebensjahre Liebigs ent-stammend (er starb am 18. April 1873), wirft abermals ein hellesLicht auf die erstaunliche Vielseitigkeit des großen Forschersund auf jenes unermüdliche, bis an die Grenze seiner Tagefortdauernde Interesse, das er selbst zufällig auftauchendenNebenfragen zu widmen pflegte, sobald sie ihm von irgendwelcher Bedeutung für die Wissenschaft erschienen.
Die Abhandlung Bibras, für deren Zusendung Liebigdankt, führt auf einem mir vorliegenden Exemplare den Titel:»Über alte Eisen- und Silber-Funde, archäologisch-chemischeSkizze; Nürnberg und Leipzig, 1873", und ist also entweder, wieim Buchhandel oft üblich, vorausdatiert, oder vielleicht aus denSitzungsberichten einer gelehrten Gesellschaft nachträglich ab-gedruckt; sie bildet eine Ergänzung zu Bibras wichtiger, um-fangreicherer Schrift: »Die Bronzen und Kupferlegierungen deralten und ältesten Völker" (Erlangen 1869).
Lepsius ist der weltberühmte Berliner Ägyptologe, undseine einschlägigen Forschungen sind niedergelegt in der Ab-handlung: „Die Metalle in den altägyptischen Inschriften"(Berlin 1872, später auch in etwas erweiterter französischerUbersetzung erschienen). Auf den zugehörigen beiden Farben-tafeln ist die angegebene Färbung der verschiedenen Metalleklar ersichtlich; S. 110 wird sie im Texte näher erörtert, undS. 105 spricht der Verfasser auch die naheliegende Vermutungaus, daß der Rost Ursache der Seltenheit alter Eisenfunde sei.Den neuesten Ausgrabungen . von Flinders-Petrie zufolge