ZWEI UNGEDRUCKTE BRIEFE LIEBIG'S
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reicht übrigens die Kenntnis der alten Ägypter vom Eisenungleich weiter zurück, als man bisher allgemein glaubte:Eisen ist bereits zur Zeit der vierten Dynastie (um 3400 v. Chr.)nachweisbar und steht von da an fortdauernd, und zur Zeit der19. Dynastie (um 1500 v. Chr.) schon sehr allgemein in Ge-brauch, ohne aber die Bronze gänzlich zu verdrängen; dieseverstand man bekanntlich in so vorzüglicher Weise zu härten,daß die Bearbeitung auch der widerspenstigsten Gesteine keineunüberwindliche Schwierigkeit bot. Der hieroglyphische Namedes Eisens, Be-ni-pe (= Metall des Himmels, auf Meteoreisenhindeutend?) hat sich im Dialekte Oberägyptens bis zum heu-tigen Tage erhalten. 1
Der „Damascener Stahl" war, wie Liebig richtig voraus-setzt, in Damaskus nur Handelsartikel, stammt aber aus Indien,und ist das Produkt einer eigentümlichen, sehr schwierigenTechnik; er wird im Kleinbetriebe durch Zusammenschmelzenvon Schmiedeeisen mit kohlenstoffhaltigen Substanzen (Spänenund Blättern gewisser indischer Pflanzen) dargestellt, und seineZeichnung, der sogenannte Damast, entsteht durch Ätzen derpolierten Oberfläche mit Säuren, die die verschieden wider-standsfähigen Eisen-Kohlenstoffverbindungen in ungleichemGrade angreifen.
Die zitierte Stelle des Plinius steht in dessen „Natur-geschichte", Buch 33, Kap. 32 und 42, wo vom Vergolden desKupfers und Silbers mittels Quecksilbers die Rede ist; 2 hierübersowie über das Herauslösen des Goldes aus golddurch-sponnenen Geweben berichtet auch Vitruvius („De archi-tectura", lib. 7, cap. 8).
Die Annahme Liebigs, daß man sich schon im Alter-
1 Siehe „Mitteilungen zur Geschichte der Medizin und der Natur-wissenschaften", Bd. I, S. 169; Bd. III, S. 45, 81, 453. Diese ausgezeichneteZeitschrift kann den Chemikern, denen sie noch kaum bekannt zu seinscheint, nicht warm genug empfohlen werden.
2 Siehe meine Abhandlung: „Die chemischen Kenntnisse des Plinius"(1892).
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